29. April 2022

Wohnraum für Geflüchtete im Pfarrhaus

Gemeindeteam
Ein starkes ökumenisches Team macht im Stadtteil Waldhof die Pfarrwohnung für die ukrainische Familie bezugsfertig zu machen, (v.l.n.r.:) Uwe Grundei (Caritas, St. Franziskus), Veronika Grinman (Lindenhof), Sonja Wacker, Eva Kremsreuter, Sabine Seifert un

Waldhof

In die Wohnung im Pfarrhaus Gethsemane ist eine Familie aus der Ukraine eingezogen. Dafür war einiges an Vorarbeit erforderlich.

Angepackt haben Protestanten und Katholiken im Stadtteil gemeinsam mit einem starken Netzwerk von ehrenamtlich Helfenden. „Uffm Waldhof“, heißt es im ökumenischen Team, „hält man zusammen und man arbeitet zusammen“. Diese gemeinsame Aktion steht exemplarisch dafür.

Eine Familie mit fünf Söhnen im Alter von zwei bis 17 Jahren ist in die Wohnung im Pfarrhaus in der Wiesbadener Straße eingezogen. Die Familie kommt aus Odessa und hatte über eine Freundin der Mutter Kontakt nach Mannheim.

Der Vater ist mit dabei, denn ab drei Kindern dürfen Männer die Ukraine verlassen. Die Familie lebt nun in einer Wohnung, in der viel Hilfsbereitschaft, Solidarität und Tatkraft aus dem Stadtteil Waldhof stecken.

„Wir sind glücklich darüber, dass wir so konkret helfen können“, sagt Uwe Grundei vom Caritasverband Mannheim, der die technische Koordination im Caritas-Zentrum-St. Franziskus leitet.

Bei ihm und Gemeindepfarrer Sam Lee laufen die Fäden dieser Aktion zusammen. Die großzügige Hilfsbereitschaft, so Pfarrer Sam Lee, sei beeindruckend. „Christ:innen sind Menschen, die helfen. Und auf dem Waldhof helfen wir zusammen.“

Die Initiative für diese Wohnungsaktion ging vom Ältestenkreis der evangelischen Gemeinde aus. „Wir auf dem Waldhof-Luzenberg reden nicht viel, wir handeln“, sagt Ältestenkreisvorsitzende Waltraud Esser. „Das Miteinander ist und war uns schon immer wichtig.“ 

Der Impuls sprang schnell über. Dank engster Zusammenarbeit im Stadtteil konnte die Wohnung in kurzer Zeit hergerichtet werden. Vor allem im vorderen Teil des Hauses, wo es im August 2019 im Gemeindebüro gebrannt hatte, musste einiges getan werden.

Es galt, Böden zu legen, Wände zu verputzen und zu streichen. Außerdem fehlten eine Küche sowie die Wohnungseinrichtung. Vermittelt durch Uwe Grundei vom Caritas-Zentrum fing in kurzer Zeit ein fachkundiges Team mit der Arbeit an.

“Es ist beglückend zu erleben, dass sich so viele hier tatkräftig an die Seite der Geflüchteten stellen,“ sagt Grundei.