4. Februar 2021

Hochwasser am Sanierungsfall

Neckarau

Seit Bekanntwerden der Pläne wird in Mannheim, Neckarau und dem Lindenhof über die geplante Sanierung des Rheindamms diskutiert. Mal mehr, mal weniger emotional. Im Zentrum dieser Diskussion ist auch immer wieder die Frage: Wie und wann wird denn ein neuer Damm gebraucht und für welche (Hochwasser-)Lagen muss er gerüstet sein?

Jetzt hat die Wirklichkeit die (ohnehin schleppend verlaufenden) Planungen zum Teil eingeholt. Denn nach den andauernden Regenfällen der vergangenen Tage ist auch der Rhein über die Ufer getreten.

Aktuell liegt der Pegel bei etwas unter 7,5 Meter. Das ist noch 2,5 Meter unter einer kritischen Marke. Und der Damm hält. „Noch ist kein Druckwasser durchgekommen“, so berichtet etwa Gottlieb Baumeister vom Kanuclub Neckarau, der direkt am Damm sein Domizil hat.

Mehr Sorge macht Baumeister allerdings die Unvernunft mancher Mitbürger, die mit Kind und Kegel die Hochwasserabsperrungen missachten nach dem Motto: „Komm Kind, ich zeig Dir mal ein Hochwasser von ganz nah‘.“

Von uneinsichtigen Hundegassigehern ganz zu schweigen. Durch solch ein Verhalten gefährdet man nicht nur sich selbst, sondern auch Wildtiere, die vom Trubel ins Wasser getrieben werden.

Wie geht es nun weiter? Von einem steigenden Pegel geht der Hochwassermeldedienst Rhein aus. Zwar wird es – laut Wetterbericht  - die nächsten Tage wieder verstärkt regnen, aber das wird nicht ausreichen, einen Pegelstand von 9,17 Metern wie am 29. Dezember 1882 zu erreichen. Zumal die sich die Regenwahrscheinlichkeit danach bei 10 bis 15 Prozent einpegelt.

Was bleibt, ist trotzdem die Frage nach der Sanierung des Damms, der aktuell hält.

Ende Februar soll das Planfeststellungsverfahren zur Sanierung des Rheindamms beginnen, so das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe. Dann wird das Wasser wohl wieder zurückgegangen sein.