7. Oktober 2021

Dubiose „Handwerker“ am Werk

Mannheim

Aktuell bieten wieder bundesweit dubiose „Handwerker“ ihre Dienste gerne an der Haustüre oder über Flyer-Aktionen an. Die Masche ist einfach: Auf die Firmengründung folgt die Schaltung von großflächigen Anzeigen oder die Beilage von Flyern in der Tageszeitung in denen Polsterarbeiten mit sehr großen Rabatten angeboten und beworben werden.

Die Arbeiten werden jedoch oft sehr schlecht ausgeführt und trotz der angekündigten Rabatte sind sie in der Regel sogar teurer als wenn die Arbeit von einem ortsansässigen und qualifizierten Handwerksbetrieb ausgeführt worden wäre. Zudem werden Geschäftssitze oft nach kurzer Zeit aufgelöst oder es folgt ein Inhaberwechsel, nicht selten mit dem gleichen Nachnamen.

Teilweise tauchen auch Personen im Haushalt der Interessenten zur Beratung auf. Großzügige Rabatte auf überhöhte Stoffpreise oder Arbeitskosten und bestimmtes und drängendes Auftreten gegenüber dem Kunden zeichnen die „Verkaufsstrategie“ aus.

Gegen eine Anzahlung von 30 bis 50 Prozent werden die zu restaurierenden Möbel mitgenommen. Die so akquirierten Polsteraufträge werden dann versucht, bei ortsansässigen Handwerkern fertigen zu lassen. Findet sich kein lokaler Betrieb, werden die Möbel nach Osteuropa transportiert.

Die dort erbrachte Handwerksleistung erfüllt häufig nicht die Erwartungen, das gelieferte Polstermaterial entspricht oft nicht dem bestellten. Nach einigen Monaten ziehen die zweifelhaften Geschäftsleute weiter und gründen andernorts eine neue Firma mit leicht geändertem Namen.

Ziel ist der schnelle Umsatz bei fragwürdiger Qualität - Was bleibt, sind geprellte Auftraggeber und Polsterer deren Rechnungen nicht bezahlt werden.

In seiner Sendung Marktcheck vom 28. September berichtete auch der SWR über die Problematik mit dubiosen Polsterbetrieben. Der Zentralverband Raum und Ausstattung und die regionalen Innungen distanzieren sich ausdrücklich von diesem Vorgehen und warnen vor solchen unseriösen Polsterbetrieben.