9. Juli 2021

Jeder Fünfte hat das Gastgewerbe im letzten Jahr verlassen

Viele Hotels und Gaststätten finden aktuell kein Personal, weil während der Lockdowns ein großer Teil der Beschäftigten die Branche verlassen hat. Foto: NNG

Mannheim

Supermarktkasse statt Biertheke: Im Zuge der Corona-Pandemie haben Hotels und Gaststätten in Mannheim einen erheblichen Teil ihres Personals verloren. Innerhalb des vergangenen Jahres hat jeder fünfte Beschäftigte in der Stadt den Job als Koch, Hotelangestellte oder Servicekraft aufgegeben. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Verweis auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur mit. „Viele Menschen freuen sich, nach langen Entbehrungen endlich wieder essen zu gehen oder zu reisen. Aber ausgerechnet in der Sommersaison fehlt einem Großteil der Betriebe das Personal, um die Gäste bewirten zu können“, sagt Elwis Capece von der NGG-Region Mannheim-Heidelberg. Verantwortlich für das Problem seien insbesondere die Einkommenseinbußen durch die Kurzarbeit, die Hotel- und Gastro-Beschäftigte dazu gezwungen hätten, sich beruflich umzuorientieren. Viele Probleme seien jedoch hausgemacht und hätten schon vor Corona bestanden – etwa die geringe Bezahlung und ungeregelte Arbeitszeiten. Nötig sei jetzt, die Branche durch Tarifverträge attraktiver zu machen.