23. Juni 2021

Die Sportvereine im Blick: Vereinsbefragung in Corona-Zeiten

Frau vor einem Plakat
Dr. Sabine Hamann, Vorsitzende Sportkreis Mannheim. Foto: zg/Sportkreis Mannheim

Mannheim

Kurz nach dem ersten Lockdown im April 2020 wandte sich der Sportkreis Mannheim mit einer Befragung unter dem Motto "Wo drückt der Schuh zu Corona-Zeiten?" an seine Vereine. Es wurden aus den Befragungsergebnissen passgenaue Hilfen, Maßnahmen und Informationen abgeleitet und initiiert.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen, die Situation hat sich verändert, in vielerlei Hinsicht auch verschärft und der Sportbetrieb liegt seit Monaten mehr oder weniger brach.

Dies war im Mai 2021 Anlass für den Sportkreis Mannheim, die Befragung zu wiederholen. Mit den aktualisierten Informationen sollen die Anliegen und Probleme der Vereine identifiziert und modifizierte Handlungsbedarfe erkannt werden.

Von den 447 zum Sportkreis Mannheim gehörenden Vereinen nahm rund ein Viertel an der Umfrage teil. Es waren darunter etliche sehr kleine Vereine mit deutlich weniger als einhundert Mitgliedern (der kleinste Verein gab elf Mitglieder an), es beteiligten sich aber auch viele sehr große Vereine (6.073 Mitglieder im größten Verein).

Das gesamte Einzugsgebiet des Sportkreises von Weinheim über Mannheim bis Hockenheim und Schwetzingen war vertreten. Ein gutes Viertel der befragten Vereine beschreibt die Situation als Existenz gefährdend.

Bei der letztjährigen Befragung waren dies nur rund neun Prozent gewesen. Neben der angespannten wirtschaftlichen Situation kämpfen die Vereine insbesondere mit dem über Monate ruhenden Sportbetrieb mit allen daraus resultierenden Folgen wie Mitgliederschwund, mangelnde Trainingsmöglichkeiten für Leistungssportler, fehlendes soziales Miteinander sowie die Unsicherheit bis hin zur Perspektivlosigkeit durch sich ständig ändernde, widersprechende und unklare Verordnungen.

Die Vereinsbefragung bestätigte die schon im vergangenen Jahr getroffene Erkenntnis, dass ein differenzierter Blick notwendig ist: Wo Vereine im Kurssystem arbeiten oder Reha-Maßnahmen über Verordnungen abgerechnet werden, sind die Einbußen vergleichsweise deutlich höher als in Vereinen, die für die Ausübung der Sportart nur ein geringes Equipment benötigen und über Jahresabbuchungen den Beitrag einziehen.

Entscheidend ist auch, ob ein Verein eigene Sportstätten unterhält, in welchem Zustand sich diese befinden und ob der Verein eine Vielzahl an hauptamtlich Beschäftigten hat.

Rund 70 Prozent der Vereine beschrieben gravierende Einnahmeeinbußen durch den Wegfall von Sponsoren und Werbegeldern und von Vermietungseinnahmen sowie den Ausfall von Schulungen und Kursen sowie ausfallende Veranstaltungen und Ruhen des Wettkampf- und Ligabetriebs.

Beziffert wurden diese sehr unterschiedlich im Einzelfall von rund 1.000 Euro bis hin zu 50.000 Euro. Die komplette Mitteilung zur Befragung unter https://www.sportkreis-ma.de/