22. Februar 2022

Waldflächen nicht antasten!

Bahngleise
Der Blick von der Sandhofer Straße aus zeigt rechts den VEGLA-Turm und in der Mitte einige Firmengebäude. Links beginnt der Wald, der sich Richtung Osten bis zur B44 zieht und weiter nach links bis zur Altrheinstraße. Foto: Paesler

Waldhof

Man könnte es für ein Randthema halten, aber das ist es offensichtlich nicht. In den letzten Jahrzehnten ist auf großen Bereichen der Saint-Gobain, die nicht genutzt wurden, ein Sukzessionswald gewachsen. Dieser spielt bei den Wünschen der Bürger und Vereine eine große Rolle.

Bei allen bisherigen Besprechungen, insbesondere auch bei der Bürgerbeteiligung im Juni 2021, wurde immer wieder vorgebracht, er möge erhalten bleiben.

Erwähnt wurden dabei sowohl eine frühere Untersuchung auf Artenvielfalt als auch die Stadtklimaanalyse 2010, bei der Messungen in heißen Sommern vier Grad weniger auf dem bewaldeten Spiegelgelände ergeben hatten als in der umliegenden Wohnbebauung.

Auf diesbezügliche Hinweise hieß es, die Untersuchungen seien veraltet. Inzwischen ist jedoch die Stadtklimaanalyse 2020 veröffentlicht.

Nach wie vor ist den Bürgern die Berücksichtigung der Vereinsbedürfnisse von hoher Wichtigkeit. Die Harmonia Waldhof und der Kleintierzüchterverein Goggelrobber brauchen dringend Bestandsschutz. Zum denkmalgeschützten Spiegelschlössl liegt ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch.

Sehnlicher Wunsch der Bevölkerung ist ferner ein Sportplatz hinter der Waldhofschule in Anlehnung an das zweite Spielfeld des frühen SV Waldhof, den „Sandacker“.

Abstimmung erfolgte auch mit der Waldhof-Grundschule und der Johannes-Gutenberg-Schule; alles zusammen führte bereits vergangenes Jahr zu einem Positionspapier der Bürgerinitiative Waldhof West – Alter Waldhof gemeinsam mit den anderen Stadtteilakteuren.

Mit im Boot war von Anfang an Pro Waldhof e.V. und ist es weiterhin. Außerdem hat sich inzwischen ein völlig neuer Aspekt ergeben, mit dem letzten Sommer niemand gerechnet hatte. Nach der kurz aufgeflammten Diskussion um das Carl-Benz-Stadion (CBS), die Heimspielstätte des SV Waldhof, im vergangenen Herbst ist eine besondere Situation eingetreten.

Auf dem Tisch der Stadt lagen zum Thema CBS letztlich die Alternativen Renovierung oder Neubau, und ein Gutachten soll klären, was wirtschaftlich beziehungsweise machbar ist.

Hier kommen für Mannheimer Fußballfans Emotionen ins Spiel, die Pro Waldhof in erstaunlich sachliche Worte zu kleiden weiß: „Falls das Gutachten überhaupt ergeben sollte, dass ein Stadionneubau an anderer Stelle als dem heutigen CBS für die Stadt Mannheim ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, wünschen wir uns eine ergebnisoffene Diskussion über einen geeigneten Standort.“

Der ausführlich ausgearbeitete Vorschlag des Offiziellen Dachverbands der Waldhof-Fans ist im Wortlaut auf seiner Website unter dem Datum 14. Januar nachzulesen (www.pro-waldhof.de/10330/waldhof-is-coming-home). Ein Waldhof-Stadion auf dem Waldhof?

Inzwischen meldete allerdings das Rhein-Neckar-Fernsehen, die Stadt habe sich bereits auf Neuostheim festgelegt. An dem Standort, so wird Baubürgermeister Ralf Eisenhauer zitiert, „werde die Verwaltung nicht rütteln“ trotz der Defizite der Arena.

Das gelte auch für die dritte Liga, die zweite „oder vielleicht sogar für mehr“. Der jetzige Standort sei gut eingeführt.

Lesen Sie unseren Bericht zur Diskussion um die Neugestaltung des Quartiers in den aktuellen Nord-Nachrichten, www.stadtteil-portal.de/Stadtteil-Zeitungen/index.html.