2. September 2021

Verbraucherschutz direkt vor Ort

Menschen mit einem Plakat
v.l.n.r: Sabine Kurtz MdL, baden-württembergische Staatssekretärin für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Isabella Glott, Sozialarbeiterin, Cornelia Tausch, Vorsitzende der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Rita Hagl-Kehl, Staatssekret

Neckarstadt

Das bundesweite Projekt „Verbraucher stärken im Quartier“ unterstützt nun auch Menschen in Mannheim. Untergeschobene Handyverträge, unseriöse Haustürgeschäfte, strittige Forderungen – für Menschen, die in strukturschwachen Stadtquartieren leben, sind die Probleme des Konsumalltags oft eine besondere Herausforderung.

In der Neckarstadt West entstand im Rahmen des bundesweiten Projekts „Verbraucher stärken im Quartier“ nun ein Modellquartier. Ziel ist es, Menschen vor Ort zu unterstützen und ihnen konkrete Hilfestellung bei Problemen in ihrem Alltag als Verbraucherinnen und Verbraucher zu geben.

Bei einer Pressekonferenz Im Bürgerhaus Neckarstadt wurde das Projekt vorgestellt, das ein eigenes Büro in der Mittelstraße 18 unterhält und in Kooperation mit dem Quartiermanagement Neckarstadt West arbeitet.

„Was nützen die besten Verbraucherrechte, wenn die Betroffenen sie nicht kennen oder niemanden haben, an den sie sich mit Problemen aus dem Verbraucheralltag wenden können?“, sagte Rita Hagl-Kehl, Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV).

Das engagierte Team der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erfahre aus erster Hand, wo der Schuh drückt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchten dann zusammen mit den Menschen direkt vor Ort gezielt nach unkomplizierten und unbürokratischen Lösungen für zentrale Fragen des Verbraucheralltags rund um Miete, Strom oder Finanzen.

Das Team der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg um Sozialarbeiterin Isabella Glott informiert die Bürger vor Ort zu alltäglichen Verbraucherthemen. Zusätzlich gibt es auch Hilfestellungen für bestimmte Gruppen von Verbrauchern wie Menschen mit geringen Kenntnissen der deutschen Sprache oder Senioren.

Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Prävention und Aufklärung, zum Beispiel in Schulen oder an Infoständen und bei Veranstaltungen im Quartier. Gleichzeitig vernetzt sich das Team mit anderen sozialen Akteuren vor Ort. Klaus Müller, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV), ergänzte: „Das Projekt bringt die Beratung in die Quartiere, in denen die Menschen Unterstützung am nötigsten haben.

„Auch in Zeiten zunehmender digitaler Angebote bleibt der menschliche Kontakt bei der Information und Beratung eine wichtige Unterstützung. Vor allem für diejenigen, denen der digitale Zugang verschlossen bleibt“, betonte Sabine Kurtz MdL, baden-württembergische Staatssekretärin für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

„Vor Ort bei den Menschen zu sein, ist ein wichtiges Merkmal unserer Arbeit, um sie in ihrem Alltag zu unterstützen. Durch Aufklärung stärken wir ihre Möglichkeiten zur Selbsthilfe und ihr Bewusstsein als Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagte Cornelia Tausch, Vorsitzende der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Das Team der Verbraucherzentrale knüpfte zunächst im Hintergrund Kontakte in Netzwerken und möchte nun bei Aktionen gemeinsam mit den Bürgern durchstarten. Das Programm ist zunächst finanziert bis 2024, es ist ein Pilotprojekt und darauf ausgerichtet, Prozesse anzustoßen.

Die Ergebnisse sollen ausgewertet werden und es besteht die Hoffnung auf Anschlussprojekte, die mit den gesammelten Erfahrungen gegebenenfalls auch andere Stadtteile mit einbeziehen.