22. Juni 2020

Gemeinderat will Museumsschiff in Mannheim halten

Museumsschiff
Seit Dezember 2018 liegt das sanierungsbedürftige Museumsschiff funktionslos im Wasser. Foto: Gerold

Mannheim

Die Zukunft des Mannheimer Museumsschiff darf sich nicht auf die Optionen „verschrotten“ und „verschenken“ beschränken. So jedenfalls sieht es die Mehrheit der Fraktionen und die Stadträte appellierten im Hauptausschuss an das Technoseum, den sanierungsbedürftigen Schaufelraddampfer als Teil seines Museums zu erhalten oder – falls dies nicht möglich ist – aktiv daran mitzuwirken, dass die Trägerschaft anderweitig geregelt werden kann.

Wohlwissend, als Gemeinderat selbst nicht entscheidungsbefugt zu sein, weil sich das Schiff zu zwei Dritteln im Eigentum des Landes befindet, war es den Politiker dennoch wichtig, ihre Position deutlich zu machen. Dafür müsste jedoch die Kostenschätzungen aller vier Gutachten aufgeschlüsselt werden, da die Summen für die Grundsanierung zwischen 300 000 und 4,1 Millionen Euro variieren.

„Wir brauchen Transparenz“, so die Claudius Kranz (CDU) und Reinhold Götz (SPD). Die Grünen würden sich angesichts der hohen Kosten jedoch lieber auf die Frage fokussieren, an welchem anderen Ort als dem Museumsschiff man die Schifffahrts- und Industriegeschichte der Stadt künftig darstellen kann.

Mittlerweile hat sich Bündnis aus Mannheimer Vereinen, Unternehmern und Privatpersonen bereit erklärt, das Schiff zu übernehmen. Gleichzeitig zeigt Düsseldorf großes Interesse an dem historischen Schaufelraddampfer. Der Stiftungsrat des Technoseums hat seine Entscheidung für 3. Juli angekündigt.

Die Zeichen dafür, dass diese positiv im Sinne einer Sanierung und des Weiterbetriebs unter der Flagge des Technoseums ausfällt, stehen nach Einschätzung von Oberbürgermeister Peter Kurz nicht gut.

Museumsleitung und Land hätten ihre ablehnende Haltung deutlich gemacht. Wenn der Gemeinderat das Museumsschiff für Mannheim sichern wolle, dann müsse im Zweifelsfall die Stadt für die Kosten gerade stehen, falls das bürgerschaftliche Bündnis das Projekt am Ende doch nicht stemmen könne. Eine neue Trägerschaft sei daher genau zu prüfen.

Die CDU hält ein Trägermodell aus Technoseum, Bürgerbündnis und Stadt auf Basis eines gemeinsam erarbeiteten Betreiberkonzepts jedoch für machbar. Die SPD sieht das Land mit in der Pflicht, und Landtagsabgeordneter Boris Weirauch hat die für Wissenschaft, Forschung und Kunst zuständige Ministerin Theresia Bauer (Grüne) eingeladen, mit dem Bürgerbündnis ins Gespräch zu kommen und eine Lösung zu suchen, damit die „Mainz“ in Mannheim bleiben kann.

Lesen Sie mehr in den Mannheimer Stadtteil-Nachrichten vom 10. Juli.