27. Juni 2022

Gegenstände und Fotos für eine Theaterproduktion gesucht

Sandhofen

Sechs schreckliche Monate lang war die heutige Gustav-Wiederkehr-Schule in der Kriegerstraße Schauplatz von Unmenschlichkeit und Brutalität. Von September 1944 bis März 1945 war in deren Räumen ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler eingerichtet.

Die über 1.000 hier internierten Menschen wurden zur Arbeit im Daimler-Benz-Werk gezwungen. Vieles von dem, was in und vor der Schule geschah, war von außen gut zu beobachten – dazu gehörten sowohl der tägliche Appell als auch die Arbeitskolonne von der Schule zur Fabrik.

Dennoch sind bisher keine Fotos aus diesen Monaten bekannt, aber nach solchen beredten Zeitzeugen wird nun gesucht.

Möglicherweise befinden sich in privaten Fotoalben oder auf Dachböden noch Bilder, Dokumente oder sogar Gegenstände, die von großem historischem Wert für die Aufarbeitung der Mannheimer Geschichte im Nationalsozialismus wären.

Solche Dinge wollen die KZ-Gedenkstätte Sandhofen, das Marchivum und das Junge Nationaltheater Mannheim aufspüren. In Zusammenarbeit mit der Imaginary Company wird eine Theaterproduktion vorbereitet, die sich mit der Geschichte des KZ-Außenlagers Sandhofen und der lokalen Erinnerungskultur beschäftigt.

Die Premiere der Produktion „Für alle Ewigkeit” ist im Winter 2022/23 geplant. Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

Ausdrücklich wird darauf aufmerksam gemacht, dass auch auf privaten Fotos am Rand der Hauptmotive Gebäudeteile, Personen oder Szenen abgebildet sein könnten, die Aufschluss über geschichtlich bedeutsame Umstände geben.

Alle Mannheimer werden um Mithilfe gebeten. Eventuell besitzt man selbst noch etwas aus dieser Zeit, das in Bezug zum KZ Sandhofen stand, oder weiß, dass jemand aus dem eigenen Umfeld derartiges besitzen könnte?

Man wende sich, gerne auch anonym, an Dr. Marco Brenneisen (Marchivum / KZ-Gedenkstätte Sandhofen), Telefon 0621 293 7485, Telefax 0621 293 7476, E-Mail marco.brenneisen@mannheim.de.