31. Januar 2022

Die Integrationspolitik war ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der verstorbenen Altstadträtin Regina Trösch

Mannheim

Flucht und Vertreibung hatte sie selbst erlebt. Besonders am Herzen lag der im Januar verstorbenen Altstadträtin Regina Trösch darum das Schicksal von Menschen, die vom Verlust ihrer Heimat betroffen waren.

Am 23. Juni 1940 in Niederschlesien geboren, musste sie mit ihrer Familie nach Hof an der Saale fliehen, wo sie ihr Abitur machte. Seit 1960 lebte sie mit ihrer Familie im Mannheimer Norden.

1981 trat sie in die CDU ein und wurde bald Mitglied des Bezirksbeirats, schließlich erster weiblicher Ortsvorsitzender. 1991 rückte sie in den Stadtrat nach, dem sie 23 Jahre lang angehörte.

Als es 1992 zu Ausschreitungen bei der Schönauer Gendarmeriekaserne kam, die als Unterkunft für Asylbewerber diente, bemühte sie sich zusammen mit dem damaligen OB Gerhard Widder, weitere Gewalttätigkeiten zu verhindern. Dafür erhielt sie 1993 das Bundesverdienstkreuz.

Im Pfarrgemeinderat Schönau war sie viele Jahre Mitglied, stellvertretende Vorsitzende sowie Mitglied in mehreren Ausschüssen. Wichtig war ihr, auch in der Kultur- und Interessengemeinschaft Schönau die Gemeinde zu vertreten.

Bis zum Jahr 2007 war sie Vorsitzende des Schönauer „Schwesternvereins“ und hat in dieser Funktion dafür gesorgt, dass viele Menschen Unterstützung erhielten, die sie benötigten. Sie war Mitinitiatorin der Schönauer Kulturtage bei der Kultur- und Interessengemeinschaft Schönau.

Augenzeugen waren beeindruckt von ihrer einfühlsamen Art, mit Migranten umzugehen. Sie war Gründungsmitglied von KulturQuer – QuerKultur Rhein-Neckar e.V., im Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog lange Zeit 2. Vorsitzende.

2003 rief sie die Bevölkerung zur Unterstützung der Stadtbibliothek Schönau auf. Wert legte sie darauf, den neu zu gründenden Verein „Freundeskreis“ zu nennen. Eine der ersten Sitzungen fand in Tröschs Küche statt.

Außergewöhnlich war ihr Engagement im Zusammenhang mit der Organisation des "Lo(c)k-Festes", einer Lesetour für Kinder, bei der in der Straßenbahn auf der Fahrt von der Schönau zum Waldhof und zurück von Erwachsenen für Kinder vorgelesen wurde.

Viele Menschen auf der Schönau trauern um die beliebte Kommunalpolitikerin und aktive Bürgerin, die sich für andere einsetzte.