29. Oktober 2021

Da muss der Mensch eingreifen

Hinweisschild im Wald
Der Kollekturwald im Mannheimer Norden wird „umgebaut“. Das ist nötig, weil der hohe Kiefernbestand wegen des Klimawandels kaum zukunftsfähig ist. Foto: Paesler

Käfertal

Waldumbau? Warum das denn? Vereinfacht könnte man sagen: Weil der Mensch in die Natur eingegriffen hat, muss er nun in die Natur eingreifen. Oder, etwas ausführlicher: Durch den menschengemachten Klimawandel leidet unser Wald. Nun müssen Maßnahmen ergriffen werden, um ihn zu schützen.

Der Kollekturwald ist ein Teilstück des Käfertaler Waldgebietes, das an der Bahnlinie entlang verläuft und bis nördlich der Autobahn reicht. Der Kollekturwald ist von reichlich Nadelgehölz geprägt, genauer: von Kiefern.

Wegen mehr Trockenheit und Hitze ist dieser Wald krank. Er trocknet aus und wird von Pilzen befallen. Ziel des nun geplanten Umbaus ist, dass er widerstandfähiger wird gegen das veränderte Klima und in der Lage ist, mehr Kohlendioxid zu speichern.

Mit den vorliegenden Genehmigungen haben die Arbeiten Anfang Oktober zunächst mit der Entfernung der Spätblühenden Traubenkirsche aus dem Zwischen- und Unterstand begonnen. Diese eingeschleppte Baum- beziehungsweise Strauchart verdrängt durch ihr invasives Wachstum die heimischen Baumarten.

Die Entfernung soll dabei so schonend wie möglich erfolgen. Während der Waldarbeiten soll der Naherholungswert so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Ursprünglich sollte der Umbau innerhalb von drei Jahren erfolgen, nun sind acht Jahre vorgesehen. Die jährlich zu bearbeitende Flächengröße beträgt zirka 12 Hektar. Diese sind wiederum in Bearbeitungsflächen von ein bis vier Hektar auf der Gesamtfläche verteilt.

Auf die freiwerdenden Areale werden anschließend standorttypische Baumarten wie Traubeneiche, Hainbuche, Sommerlinde und Winterlinde gepflanzt. So soll ein klimastabiler, strukturreicher Mischwald entstehen.

Der Umbau wird von einer Landschaftsagentur aus Hessen vorgenommen. Eigentümerin des Kollekturwaldes ist die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) aus Heidelberg. Das Unternehmen der Evangelischen Landeskirche in Baden ist zuständig für die Unterhaltung von Kirchen, Pfarrhäusern und Pfarrstellen.

Die 7.600 Hektar Wald der Stiftung sind bereits seit über 20 Jahren nach PEFC zertifiziert. PEFC stellt nach eigenen Angaben sicher, dass ein Wald nachhaltig bewirtschaftet wird. Es soll sich um die weltweit größte Organisation für Waldzertifizierung handeln.