18. März 2021

„Wir werden weiterhin jeden Menschen begleiten“

Mannheim

Die Entscheidung der Glaubenskongregation, die Segnung homosexueller Partnerschaften grundsätzlich zu verbieten, stößt im Dekanatsleitungsteam und im Dekanatsratsvorstand des Katholischen Stadtdekanats Mannheim auf Unverständnis. Die Mannheimer Verantwortlichen teilen die Enttäuschung und Erschütterung vieler Gläubigen.

„Grundauftrag Jesu an alle Frauen und Männer – ob geweiht oder nicht – ist es, Menschen so zu begegnen, dass sie sich von Gott angenommen und geliebt wissen. Wie können wir das, wenn wir ihre Liebe nicht respektieren oder schätzen und glauben, dass der Segen Gottes mit ihnen ist? Die vorgenommene Reduzierung partnerschaftlicher Beziehung auf ihre sexuelle Praxis ist eine Engführung, die keinem Menschen gerecht wird.

Wir erkennen, dass von Seiten der Glaubenskongregation versucht wird, Eindeutigkeiten zu schaffen, die es niemals gab und vielleicht auch nicht geben kann. In einer offenen und demokratischen Gesellschaft, in der wir leben und die wir schätzen und schützen, lässt sich diese starre Haltung nicht vermitteln.

Wir wünschen uns sehr, dass die Katholische Kirche zu ihrer traditionellen Stärke zurückfindet: die Vielfalt des menschlichen Lebens, Glaubens und Hoffens in der Einheit einer Weltkirche miteinander zu verbinden.

In der Vergangenheit konnten auf diese Weise unterschiedliche Positionen nebeneinander akzeptiert werden und miteinander ins Gespräch kommen. In dieser Offenheit setzen wir uns mit der Position der Glaubenskongregation auseinander. Denn auch in der Katholischen Kirche in Mannheim gibt es durchaus unterschiedliche und konträre Positionen. Das gehört zu einer vielfältigen Kirche dazu.

Wir möchten klarstellen, dass wir in Mannheim weiterhin jedem mit Achtung begegnen und jeden Menschen begleiten. Niemand soll in irgendeiner Weise ungerecht zurückgesetzt werden. Als Seelsorgerinnen und Seelsorger tragen wir Verantwortung dafür, in den wichtigen Momenten des Lebens den Segen zuzusprechen, den Gott allein schenkt."

Die Reaktion der Pfarrer aus dem Erscheinungsgebiet lesen Sie in der übernächsten Ausgabe unserer Zeitungen.