15. Juni 2022

Ukraine: „immer noch Krieg“

Mannheim

Die Mannheimer Journalistin Ira Peter stammt aus Kasachstan und gehört zu den rund 2,4 Millionen Menschen in Deutschland mit russlanddeutschem Migrationshintergrund. Am Sonntag, 19. Juni um 11 Uhr wirkt sie in der CityKirche Konkordien mit bei dem Gottesdienst „immer noch Krieg“, den Stadtjugendpfarrer Oliver Seel leitet.

Musik spielen dazu aus der Ukraine geflüchtete Musiker. An den Gottesdienst schließt sich ein Beisammensein auf der Kirchwiese mit gemeinsamem Essen an. Ira Peter wurde 2022 beim Wettbewerb „Goldene Blogger“ als „Newcomerin des Jahres“ ausgezeichnet.

In der Sowjetrepublik Kasachstan geboren, kam Ira Peter 1992 als russlanddeutsche Aussiedlerin nach Buchen im Odenwald, wo sie aufwuchs. Letztes Jahr war sie als Stadtschreiberin in Odessa und hat über den Alltag in der ukrainischen Hafenstadt gebloggt.

Für ihr Werk wurde sie 2022 von „Die Goldenen Blogger“ ausgezeichnet. Die Netz-Community verleiht den bereichsübergreifenden Social-Media-Preis seit 2007.

Wenn Ira Peter heute Freunde in Odessa kontaktiert, fragt sie nicht nach, ob es ihnen gut gehe: „Weil es geht gerade niemandem gut“, sagt Ira Peter, die seit dem Frühjahr Hilfslieferungen für die Ukraine organisiert.

„Wir wollen mit diesem Gottesdienst unsere tiefe Verbundenheit mit den Ukrainern zum Ausdruck bringen“, sagt Stadtjugendpfarrer Oliver Seel. Seit Ende Februar gehört Oliver Seel zum Koordinationsteam „Ukraine-Hilfe“ der Evangelischen Kirche Mannheim und ihrem Diakonischen Werk.

„Wir verbinden uns mit unserem Handeln und in diesem Gottesdienst mit allen Menschen, die durch den Krieg ihre Heimat verloren haben.“ Zum Gottesdienst werden Ukrainer:innen, Helfende und Interessierte erwartet.

Der Gottesdienst in der CityKirche Konkordien ist den Menschen in der Ukraine gewidmet. Ira Peter wird aus zwei ihrer Texte lesen, die auch ins Ukrainische übersetzt bzw. in der Übersetzung verteilt werden.

Musikalisch Mitwirkende sich Olena Ivchenko (Klavier) und Sergii Svintsitskyi (Klarinette), die in Kiew als Konzertpianistin bzw. als Dirigent und Klarinettist tätig waren, bevor sie wegen des Krieges geflohen sind.

Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es ein „meet and eat“ auf der Kirchwiese, wo ab ca. 12 Uhr zum gemeinsamen Essen eingeladen wird: Es gibt Borschtsch, von einer ukrainischen Köchin zubereitet. Borschtsch ist in Ost- und Südosteuropa ein über alle Grenzen hinweg weit verbreitetes Essen.