29. Oktober 2020

Mannheimer „Stolpersteine“ online

Neckarstadt

Seit 2007 wurden in Mannheim 178 Stolpersteine zum Gedenken an Opfer und Verfolgte des Nationalsozialismus verlegt. Sie erinnern an verfolgte Jüdinnen und Juden, Widerstandskämpfer und politische NS-Gegner, Homosexuelle, Zwangsarbeiter und Opfer des sogenannten Euthanasie-Programms. Aber auch an Menschen, die im Nationalsozialismus als „Asoziale“ gebrandmarkt und verfolgt oder vom Mannheimer Sondergericht wegen Bagatelldelikten als „Volksschädlinge“ zum Tode verurteilt wurden.

Das Marchivum präsentiert nun auf seiner Homepage (www.marchivum.de) unter der Rubrik „NS-Dokumentation“ eine bebilderte Übersicht aller Stolpersteine in Mannheim, einschließlich Kurzbiografien zu den Opfern und einer Karte, die die Verteilung der Stolpersteine im Stadtgebiet veranschaulicht.

Zum 80. Jahrestag der Deportation nach Gurs am 22. Oktober 1940 wird damit der Auftrag des Gemeinderats eingelöst, mindestens einen Teil der Verfolgungsgeschichten jener Opfer und Verfolgten leichter zugänglich zu machen.

Die „Stolpersteine“ sind ein Erinnerungsprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Die Verlegungen in Mannheim werden organisiert von einem zivilgesellschaftlichen Arbeitskreis unter Federführung der NaturFreunde. Als Haus der Stadtgeschichte und Erinnerung unterstützt das Marchivum die Initiative wissenschaftlich und organisatorisch.