17. Juni 2022

Für eine „barrierefreie“ Seelsorge

drei Männer mit einem Buch
Sind begeistert vom neuen Gotteslob für Blinde und Sehbehinderte (v.l.n.r.) Karl Jung, Manuel Gärtner und Christoph Graf. Foto: kathma

Mannheim

Barrierefreiheit – dafür macht sich unter anderem die Regionalgruppe Mannheim-Heidelberg des Katholischen Blinden- und Sehbehinder­tenwerks Baden-Württemberg (KBSW) e.V. stark.  Sie hat auch die Lieferung des katholischen Gesang- und Gebetsbuchs „Gotteslob“ in sehbehindertengerechter Großschrift für Mannheim und Region organisiert.

Dank des KBSW-Vorstands um den rührigen Regionalvorsitzenden Christoph Graf wurde zusätzlich der Anhang des Erzbistums Freiburg entsprechend gesetzt und gedruckt.

Als Erste einen Blick in die so ergänzte Gotteslob-Ausgabe werfen durften Mannheims katholischer Stadtdekan Karl Jung und Pfarrer Manuel Gärtner, der unter anderem für die Sehbehindertenseelsorge zuständig ist.

„Dieses Gotteslob ist in 14-Punkt-Schrift gedruckt und für 30 Euro bei uns erhältlich“, erläutert Graf, einer der Initiatoren der sehbehindertengerechten Ergänzung um den Freiburger Anhang.

Mit „bei uns“ ist das Haus der Katholischen Kirche am Mannheimer Marktplatz (F2,6) gemeint, denn dort bietet der Verein als Zusammenschluss katholischer blinder, sehbehinderter, taubblinder und hörsehbe­hinderter Menschen und ihrer Freunde in der Quadratestadt regelmäßig Beratung an.

Außerdem vermittelt er praktische Hilfe und hat auch so manches Format für „barrierefreie“ Seelsorge auf den Weg gebracht.

Anlässlich des Sehbehindertensonntags findet beispielsweise am 19. Juni um 9.50 Uhr ein inklusiver Gottes­dienst mit Blinden- und Sehbehinderten in der St. Sebastian-Kirche (F1,7) statt. „Die erste offizielle Feier dieser Art in Präsenz seit Beginn der Corona-Pandemie“, betont Gärtner, der auch schon exklusiv Messen per Telefon mit der KBSW-Gemeinde gefeiert hat.

„Im Grunde ist es vom Ablauf eine klassische Eucharistiefeier“, beschreibt der Seelsorger. Für ihn schwinge insbesondere für diese Feier die Tatsache mit: „Gott sehen – das können wir alle nicht. Da macht es keinen Unterschied, ob meine Augen sehen oder nicht.“ 

„Das neue Gotteslob kommt sicher bei dem einen oder anderen schon bei diesem Gottesdienst zum Einsatz“, freut sich Graf auf die Feier zum Sehbehinderten-Sonntag. Im Anschluss an die Messe sind Interessierte für weitere Informationen zur KBSW und zu Hilfsangeboten für Sehbehinderte ins Haus der Katholischen Kirche eingeladen.

Der KBSW-Regionalvorsitzende arbeitet jedenfalls bereits an seinem nächsten Hilfsprojekt: „Spenden sammeln – aber kein Geld, sondern Lupen und ähnlichen Sehhilfen, die nicht mehr benötigt werden“, erklärt Graf. Diese können einfach in F2,6 vorbeigebracht werden. „Wir geben sie an diejenigen, die sie benöti­gen, weiter.“ 

Dekan Karl Jung schätzt die Initiativen der KBSW sehr: „Sie sensibilisiert für und stärkt ein ,unbehindertes´ Miteinander.“ Die Großschrift-Ausgabe sei da nur eines von vielen Beispielen.