16. September 2021

Heimische Nachtigall auf dem Weg nach Südostafrika

Nachtigall
Das Nachtigallen-Männchen fühlt sich wohl in Seckenheim. Foto: Jan-Dieter Ludwigs

Seckenheim

Es gibt auch gute Nachrichten. Der Bestand an Nachtigallen hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Den kräftigen Gesang der etwa sperlingsgroßen Vögel kann man vor allem im Frühling hören, und das sogar am helllichten Tag.

Rund um Seckenheim fühlen sie sich anscheinend besonders wohl. In einem Schutzgebiet werden hier jedes Jahr verschiedene Vogelarten für das Integrierte Monitoring von Singvogelpopulationen (IMS) gefangen, beringt und wieder freigelassen.

2016 befand sich darunter eine mindestens zweijährige Nachtigall. Sie erhielt von Biologe Jan-Dieter Ludwigs, der das lokale Projekt betreut, die offizielle Ringnummer C3L9422. Seither wird derselbe Vogel, übrigens ein Männchen, jedes Jahr erneut gefangen.

Was lernen wir daraus? Diese Nachtigall ist 2021 mindestens sieben Jahre alt. Zum Brüten kehrt sie jedes Jahr an denselben Ort zurück. Das Winterquartier liegt irgendwo in Südostafrika.

Hier eine Tonaufnahme von Johannes Paesler.

Als Langstreckenzieher fliegt sie dabei im Frühjahr und im Herbst eine Strecke von rund 12.000 Kilometer und überquert dazu bis Anfang September Alpen, Mittelmeer und Sahara.

Auf die Lebenszeit gerechnet ergibt sich daraus für den etwa 20 Gramm leichten „Federball“ eine Flugleistung von gut und gerne 150.000 Kilometer. Hoffen wir auf eine Wiederkehr in 2022!

Ein ausführlicher Bericht über das hiesige IMS-Projekt ist in den Seckenheim-Rheinau-Nachrichten vom 17. September zu lesen.