17. März 2022

200 Stolpersteine erinnern an Mannheimer Stadtgeschichte

Frau bei Rede
Julie Schindall war aus Berlin angereist, um der Verlegung zum Gedenken an ihre Urgroßeltern beizuwohnen. Foto: Sohn-Fritsch

Mannheim

Es sind nur kleine, quadratische Messingtafeln im grauen Straßenpflaster – so manch einer mag achtlos darüber hinweggehen. Doch die als Stolpersteine bekannten Vierecke sind viel mehr als das, sie sind Erinnerungsstück und Stadtgeschichte.

Mit der Verlegung von 22 weiteren Stolpersteinen sind nun in Mannheim über 200 dieser Mahnmale zu sehen, die an vom Nazi-Regime erniedrigte, entwürdigte, vertriebene und ermordete Menschen in der Stadt erinnern.

Bei einer Feierstunde mit Bürgermeister Michael Grötsch wurden zwei Stolpersteine in der Leibnizstraße 1 verlegt. Sie sind Alice und Max Herbert Selig, beide Jahrgang 1893, gewidmet.

Urenkelin Julie Schindall war eigens aus Berlin angereist. Auch ihr Großvater Ernst-Sigmund Selig nahm an der Verlegung teil, wenn auch nur virtuell, da er mit seinen 99 Jahren nicht mehr die weite Reise aus den USA auf sich nehmen konnte.

Auch in der Leibnizstraße 20, in der Spinozastraße 10 und in der Moltkestraße 6 wurde mit der Verlegung von Stolpersteinen an die Opfer des Nazi-Regimes erinnert. Auf der Schönau wurden am selben Tag erstmals in Mannheim Stolpersteine für eine Sinti-Familie verlegt.

Insgesamt gibt es in Mannheim 200 Stolpersteine, die ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig sind, der europaweit schon über 75.000 dieser Mahnmale verlegt hat.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in den Mannheimer Stadtteil-Nachrichten vom 18. März 2022. Weitere Infos hat das Marchivum unter www.marchivum.de/de/stolpersteine veröffentlicht.