10. Dezember 2021

Es weihnachtet sehr

Adventsmarkt mit Tannenbaum
Es weihnachtet sehr: Den Adventsmarkt auf dem Stich am Vorabend des 1. Advent machten die Sandhofer sich selbst zu einem großartigen Geschenk. Die einen organisierten perfekt, die anderen dankten es mit ihrem Kommen und guter Stimmung. Die Atmosphäre hätt

Sandhofen

An Markttagen wäre am Stich kaum Platz für viel mehr Stände, als wirklich da stehen. Am Samstag des ersten Advents dagegen scheint das Areal auf das Doppelte seiner Größe angewachsen zu sein. Mindestens. 13 schöne Holzhütten stehen da, trotzdem ist noch Raum für die prächtige Tanne, die von der Krippe flankiert wird.

Selbst mit all dieser advent-weihnachtlichen Ausrüstung ist viel Platz in der Mitte. Dort sitzt am Eröffnungsabend der Bläserchor Blau-Weiß Waldhof.

Davor kann man stehenbleiben und zuhören, man kann aber auch, den Weihnachtsbaum umkreisend, an den Hütten entlangschlendern und bestaunen, was die Sandhofer alles auf die Beine gestellt haben. Es ist großartig.

Schon um 14.00 Uhr begrüßten die Vorsitzenden der beiden ausrichtenden Vereine die Sandhofer am Stich. Jürgen E. Wolf für die Bürgervereinigung und Uwe Mauch für den Kerweverein freuten sich, dass sich die Mühen der Vorbereitung gelohnt hatten.

Die offizielle Eröffnung ist jedoch auf 17.00 Uhr gelegt, wenn schon die Dunkelheit eingesetzt hat und die Stimmung besonders gut passt. Das vorweihnachtliche Treiben ist in vollem Gange. Die Bläser intonieren „New York, New York“ und „What a wonderful world“. Man bekommt Gänsehaut – der Adventsmarkt findet tatsächlich statt und man ist mittendrin.

Jürgen Wolf heißt nochmals die Besucher willkommen, Uwe Mauch bedankt sich bei den vielen, deren Einsatz den Adventsmarkt möglich gemacht hat. Feierlich ertönt anschließend: „Der Baum möge leuchten!“

Dann ist er da, der Moment, der das Herz höher schlagen lässt. Gewerbevereinsvorsitzende Bettina Herbel legt den Schalter um und der Baum leuchtet auf mitsamt dem großen Stern auf der Spitze. Es ist Advent, Sandhofen flaniert und feiert, Weihnachten kann kommen.

Auf einmal, was ist das? Ein Mann in rotem Mantel und roter Mütze mit weißer Borte geht durch die Menge. Die Tasse ist eh leer, da hat man wieder Platz in der Hand für die Kamera und schleicht dem Fremden nach. Was will der hier?

Das auf seinem Rücken, ist das ein Sack? Ein paar Kinder schließen sich dem Typen an und scheinen ihn sympathisch zu finden. Unverhohlen neugierig starren sie den Mann an, stecken die Köpfe zusammen und tuscheln.

Auf einmal tönt es mit Donnerstimme: „Von draußen vom Rheinwald kommt ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr ...“ Die Kinder stehen mit offenen Mündern. Es ist Knecht Ruprecht, er sagt es ja selbst!

Schöne Angebote gibt es reichlich in den vielen Hütten. Unübersehbar sind die Stände der Jungen Gemeinde und der Katholischen Jugend St. Bartholomäus mit ihren Beschriftungen. Überall gibt es Glühwein und allerlei Leckeres zum Essen, natürlich Winzersteak vom Grill und verschiedene Sorten Bratwurst.

Für Süßschnäbel sind die bezuckerten Quarkbällchen gerade richtig. Auch Hochprozentiges darf nicht fehlen, selbstgemachte Liköre etwa, um auch zu Hause weiter genießen zu können, Eierlikör sogar auch im Ausschank. Nebenan geht es hoch her.

Gerade hat jemand etwas Rundes mit mehreren Gläsern darin an den Stehtisch gebracht. Im Nähertreten bittet man, ein Foto machen zu dürfen, und wird gleich auf Kölsch angesprochen: „Dat is en Kölsches Rondell!“ Sachen gibt’s.

Die Glühweintasse in der Hand scheint auf einmal lebendig zu werden. Sie ist fast leer, man dreht sie in alle Richtungen und nimmt nun erst die Aufschrift wahr: „Sandhofer Weihnachtsmarkt“.

Da muss doch gleich eine weitere Füllung her, und mit Bedacht trinkt man Schluck um Schluck Sandhofer Glühwein aus einer Sandhofer Tasse.