17. November 2022

Caritas-Heim verabschiedet letzte deutsche Ordensschwester

Ordensschwestern
Schwester Amalberga mit ihren Mitschwestern und Heimleiterin Yuliya Kostiv. Foto: Koch

Neckarstadt

Die letzte deutsche Ordensschwester verlässt das Caritas-Pflegezentrum Maria Frieden: Schwester Amalberga kehrt mit 91 Jahren ins Mutterhaus der Benediktinerinnen der Heiligen Lioba zurück, um dort ihre letzten Lebensjahre zu verbringen. Sie hat 65 Jahre in Mannheim gelebt.

„Mit Ihrem Auszug gehen eine Ära und ein Stück Geschichte von Maria Frieden zu Ende“, sagte Heimleiterin Yuliya Kostiv bei der feierlichen Verabschiedung. „Wir werden Sie sehr vermissen. Sie waren immer genügsam, zufrieden und fleißig und haben uns Sparsamkeit vorgelebt.“ Bis zuletzt half die Schwester in der Nähstube und im Garten und bereitete die Gottesdienste in der Hauskapelle vor.

Schwester Amalberga kommt aus Hettingen und trat 1955 dem Orden der Benediktinerinnen der Heiligen Lioba bei. 1958 legte sie ihr Ordensgelübde ab. 1957 kam sie nach Mannheim und war 30 Jahre im Monikaheim tätig, damals ein Heim für Frauen, Kinder und gefährdete Jugendliche, bevor sie 1987 in den Konvent von Maria Frieden zog, wo sie seitdem lebte.

Den Abschiedsgottesdienst zelebrierte ihr Neffe Andreas Knapp, der sich an Sonntagsausflüge nach Mannheim zur „Schwester Tante“ im Monikaheim erinnerte und an Urlaube der Tante bei der Familie in Hettingen, in denen sie Zeit im Garten und an der Nähmaschine verbrachte.

An der Verabschiedung nahmen auch die Priorin des Ordens Schwester Magdalena und zahlreiche Weggefährten teil, darunter die ehemaligen Heimleiterinnen des Pflegezentrums.

„Ich werde Schwester Amalberga mit ihrem verschmitzten Lächeln, ihrer Hingabe, Demut und Schaffenskraft sehr vermissen und wünsche ihr im Mutterhaus zusammen mit anderen Lioba-Schwestern, die aus Mannheim schon zurückgezogen sind, eine schöne und segensreiche Zeit“, sagt Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Mannheim.

Der Benediktinerinnen-Konvent im Pflegezentrum besteht weiter, die fünf Ordensschwestern dort kommen inzwischen aber alle aus Indien.