2. Januar 2019

Krippenspiel mit ungeahntem Ausgang

Spielszene Krippenspiel
Am diesjährigen Krippenspiel waren rund 30 Kinder beteiligt. Foto: Schatz

Friedrichsfeld

In diesem Jahr gab es beim Familiengottesdienst zu Weihnachten in der Johannes-Calvin-Kirche ein modernes Krippenspiel mit unerwartetem Ausgang. Die Weihnachtsgeschichte ist ja hinlänglich bekannt, beim Krippenspiel wird sie alljährlich auf immer wieder andere Weise erzählt.

In diesem Jahr stand Walter im Mittelpunkt. Ein elfjähriger Junge, der von allen  anderen Klassenkameraden gemieden wird, weil er schon mehrfach sitzen geblieben ist und in den Augen seiner Mitschüler nichts kann. Sie lassen ihn nicht mitspielen und als die Rollen für das Krippenspiel verteilt werden, mit dem die Kinder und ihre Lehrerin die Eltern an Heilig Abend überraschen wollen, lachen sie ihn nur aus, weil er auch gerne mitspielen möchte.

Die Lehrerin stellt dabei den Kindern die Rollen einzeln vor. Da sind zuerst Maria und Josef, die keine Unterkunft finden und das Kind im Stall zur Welt bringen müssen. Da sind die Hirten auf dem Felde, denen die frohe Botschaft verkündet wird. Walter wäre gerne ein Hirte, doch auch hier gibt es keine Rolle für ihn.

Auch nicht bei den Engeln, das sollen ohnehin alles Mädchen sein. Die heiligen drei Könige scheinen ihm selbst eine Nummer zu groß. Am Ende sind alle Rollen verteilt und Walter mit der Lehrerin alleine. Es gibt aber doch noch eine Rolle, nämlich die des Wirtes von Bethlehem.

Erst zögert Walter, weil das ja der ist, der Maria und Josef keine Herberge gibt. Außerdem verspotten ihn seine Mitschüler schon wieder: „Wer nichts wird wird Wirt, das ist die richtige Rolle für dich“ rufen sie. Doch jetzt ist Walter’s Ehrgeiz erwacht. Er nimmt sich vor, der beste Wirt zu sein, den es je gab.

Am Heilig Abend nimmt das Krippenspiel seinen Lauf. Als Maria und Josef an der Herberge anklopfen, verwehrt ihnen Walter als Wirt den Einlass. Traurig ziehen sie weiter. Doch jetzt nimmt das Spiel eine Wandlung. Walter überlegt und ruft die beiden zurück. „Kommt wieder zurück, ihr könnt mein Zimmer haben“, ruft er ihnen zu.

So war das ja nicht geplant, die beiden Kinder, die Maria und Josef darstellen, sind verwundert. Doch als Walter immer und immer wieder ruft kommen sie zurück. So nahm das Krippenspiel eine besondere Wendung, in diesem Jahr wurde Jesus nicht im Stall sondern in einem Zimmer geboren. Und jedem wurde dadurch klar, was Weihnachten eigentlich bedeutet.

„Ihr könnt mein Zimmer haben“, durch diese Worte eines elfjährigen Jungen wurden die Menschen nachdenklich. Denn sie spürten: Walter hat genau das gemacht, was richtig ist. Er hat seine Türe und sein Herz nicht für Notleidende und Fremde verschlossen. Und so wurde der kleine Walter, den alle immer nur hänselten zu einem Wirt im Krippenspiel, den man nie vergaß.

Wie immer war das Krippenspiel, an dem rund 30 Kinder beteiligt waren und welches musikalisch von der Kinderflötengruppe und Claudia Schwabe am Klavier begleitet wurde, vom Krippenspielteam intensiv vorbereitet. Für sie alle gab es am Ende in der voll besetzten Kirche begeisterten Applaus für die gelungene Vorführung.