21. Dezember 2020

Erstes Tageshospiz in Baden-Württemberg kommt

Menschen bei Musiktherapie
Gruppenfoto Musiktherapie: Gemeinschaft zu erleben wie hier im stationären Caritas-Hospiz St. Vincent (Mannheim-Waldhof) steht im Tageshospiz im Mittelpunkt. Foto: zg

Ilvesheim

Das erste Tageshospiz in Baden-Württemberg entsteht in Ilvesheim bei Mannheim: Die dort ansässige Heinrich-Vetter-Stiftung wird es bauen und der Caritasverband Mannheim betreiben. Baubeginn ist Anfang 2021, die Eröffnung für Mitte 2022 geplant.

In einem Tageshospiz werden die Gäste wie in einer Tagespflege tagsüber von Fachkräften betreut und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Das Angebot bietet die Möglichkeit, länger im eigenen Zuhause zu bleiben, wenn für ein stationäres Hospiz kein Bedarf besteht, die ambulanten Hilfen aber nicht ausreichen.

Die Menschen werden palliativ gut versorgt, so dass weniger Krankenhausaufenthalte notwendig sind, sie erleben Gemeinschaft mit anderen Betroffenen und können psychosoziale und therapeutische Angebote wahrnehmen. Pflegende Angehörige werden dadurch entlastet.

Der Caritasverband Mannheim ist Träger von zwei stationären Hospizen und betreibt gemeinsam mit dem Diakonischen Werk zwei ambulante Hospizdienste. „Unsere langjährige Erfahrung in der Hospizarbeit hat gezeigt, dass es eine Lücke zwischen häuslicher und stationärer Versorgung gibt - beispielsweise, wenn Betroffene tagsüber Betreuung benötigen, ihr Partner oder ihre Partnerin aber arbeiten geht“, erklärt Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Mannheim.

„Ein Tageshospiz schließt diese Versorgungslücke und ist ein wichtiger Baustein zur Unterstützung von schwerstkranken Menschen. Die Begegnungen dort sorgen für mehr Lebensqualität und soziale Teilhabe. Das Tageshospiz kann auch ermöglichen, dass Betroffene dauerhaft zu Hause bleiben können.“

Der Neubau soll auf dem Grundstück der Stiftung in direkter Nachbarschaft zum Regine-Kaufmann-Haus entstehen, in dem sich das Hospiz St. Vincent Süd befindet, beides in Trägerschaft des Caritasverbands Mannheim. Damit ist die enge Anbindung an eine stationäre Einrichtung gewährleistet. Der Zugang zum Neubau soll über das bestehende Hospiz erfolgen.

Geplant sind acht Plätze. Herzstück soll ein großer Wohn- und Essbereich mit integrierter Küche sein, darüber hinaus wird es Rückzugsräume und Behandlungszimmer für Therapieangebote geben, beispielsweise Aromapflege und Musiktherapie.

„Den Schwerpunkt in der Tagesgestaltung bildet das Miteinander – gemeinsam kochen und essen, kleine jahreszeitliche Feste, den Garten genießen, gemeinsam lachen, singen und auch trauern“, sagt Petra Waßmer vom Hospiz St. Vincent Süd, die für die Konzeption verantwortlich ist. „Der Mensch steht hier im Mittelpunkt und nicht die Krankheit.“