3. Februar 2020

Ausgelassene Stimmung unter dem Regenbogen

Garde beim Schautanz
Die Garde der Stichler zeigte einen bemerkenswerten Schautanz. Foto: Schatz

Käfertal

Obwohl sie in diesem Jahr erst zum vierten Mal stattgefunden hat kann man die Sitzung unter dem Regenbogen als Kultveranstaltung der Mannheimer Fasnacht bezeichnen.

Denn wie sonst ist es zu erklären, dass die Stimmung im Saal vom Opening mit dem Regenbogenlied bis zum Ende nahezu pausenlos auf Höchstlevel steht, dass Künstler gar nicht mehr von der Bühne wollen, weil das Publikum so sensationell gut ist und dass diese Sitzung  bereits im zweiten Jahr in Folge für das kommende Jahr schon wieder ausverkauft ist. Hier will man einfach dabei sein.

Nach dem Einzug der Regenbogenfahnen und dem Eröffnungslied mit Jeanette Friedrich und Bernd Nauwartat begrüßten sowohl Thomas Hambsch als auch das Regenbogenprinzenpaar Sabine und Joti die gut gelaunten und bunt kostümierten Gäste.

Für Joti gab es sogar noch die Ehrensenatorenkappe und dann konnte es auch schon mit dem Programm los gehen.

Gleich zu Beginn wurde es lautstark mit der Guggemusik der „Spargelbadscha“, bei der das Publikum begeistert mitging. Sinnliche Ästhetik präsentierten danach die drei Damen vom Trio Bellissimo. Ein Geschenk von Palazzo-Geschäftsführer und Löwenjäger Ehrensenator Gregor Spachmann, der ebenso im Publikum saß wie zahlreiche weitere Ehrengäste.

Von seinen Erlebnissen als Restauranttester erzählte Pizzabäcker Ciro Visone ehe das Travestie-Duo Chapeau Claque seine Show „Travestie trifft Schlager“ präsentierte. Fanny Davis und ihr Mann Marco entfesselten dabei ein wahres Feuerwerk der guten Laune. Das Publikum sang und tanzte begeistert mit, so dass es den beiden sichtlich schwer fiel, die Bühne nach mehreren Zugaben wieder zu verlassen.

Draußen stand aber schon das Männerballet der Löwenjäger, welches zusammen mit seiner hübschen „Kalinka“ nach Russland entführte. Von Anfang an bei der Regenbogensitzung dabei ist die Sängerin Lou, die auch dieses Mal wieder mit ihren Schlagern begeistern konnte.

Und als dann Moderator Thomas Hambsch die nächste Künstlerin als Sängerin einer Mannheimer Kultkneipe ankündigte, da wusste der ganze Saal, wer damit gemeint ist, nämlich Dolores von Cartier. Sie entließ nach ihrem Vortrag die Gäste erst einmal in die Pause, um danach dann so richtig aufzudrehen.

Das war Travestie wie es sich das Publikum wünschte. Klar, dass auch hier mehrere Zugaben fällig waren. Das geplante Programm war inzwischen ohnehin Makulatur, das begeisterte Publikum hatte es mit seinen Forderungen nach Zugaben komplett über den Haufen geworfen.

Doch das störte auch niemanden, die Stimmung war einfach zu gut, man wollte feiern und Spaß haben und das merkten auch die Künstler auf der Bühne. „Ihr seid der Wahnsinn“ war da schon des Öfteren zu hören.

Bei den Mannemer Liedern der Löwenjägerspatzen wurde dann auch gerne mitgesungen. Eine musikalische Zeitreise unternahmen die Mädchen der Offiziersgarde der Löwenjäger und die Garde der Stichler aus Sandhofen präsentierte ihren Schautanz, der von Vielfalt und Toleranz erzählt, unter anderem mit dem Lied „Vincent“ von Sarah Connor, der feststellt, dass er schwul ist. Der Tanz wurde bestens aufgenommen und mit viel Beifall belohnt.

Eigens aus Berlin war Nina Queer gekommen. Sie hatte sich schon den ganzen Abend über die Moderation mit Thomas Hambsch geteilt. Ihr Solo-Auftritt ging allerdings schon stark unter die Gürtellinie und kam nicht bei jedem gut an.

Dudelsackmusik der besonderen Art präsentierten die Ried Pipers ehe zum großen Finale noch einmal die großartige Jeanette Friedrich die Bühne samt Laufsteg betrat und es auch zu später Stunde schaffte, der neue Tag war längst angebrochen, den Saal zu rocken.

Und so wie die Sitzung begann, nämlich mit dem Regenbogenlied, gesungen von Jeanette Friedrich und Bernd Nauwartat, und dem schwingen unzähliger Regenbogenfahnen im Saal und auf der Bühne ging sie dann zu Ende.