23. Februar 2022

„Ich würde Mannheim niemals verlassen“

Mann vor alter Stadtansicht
Mitten in Neckarau (hier vor einer alten Ansicht) fühlt sich Marcus Fähnle am wohlsten. Foto: Schatz

Neckarau

Er ist Hausarzt mit Leib und Seele, immer für seine Patienten da, wenn es sein muss auch am Wochenende oder nachts. Er ist aber auch ein waschechter Mannheimer und würde seine Heimatstadt nach eigenem Bekunden niemals verlassen.

Dass er sich zusätzlich auch noch ehrenamtlich engagiert, ist nur noch ein weiterer Schritt hin zum Bloomaulorden, der höchsten bürgerschaftlichen Auszeichnung, die es in Mannheim gibt.

Den nunmehr 51. Bloomaulorden erhält somit am kommenden Sonntag während einer Operettengala Dr. Marcus Fähnle aus Neckarau. Gestaltet wird die Operettengala von seinem Vorgänger Joachim Goltz.

„Wir sind froh, dass es jetzt endlich klappt“, so Achim Weizel und Bert Siegelmann, die zusammen mit Markus Haass das Verleihungskomitee bilden. Denn die Verleihung, die ja eigentlich schon für 2021 vorgesehen war, musste zwei Mal verschoben werden.

Im Kreise der Bloomäuler wurde Marcus Fähnle allerdings schon seit längerem aufgenommen. Denn in der über 50-jährigen Geschichte der Verleihung gab es noch nie eine Verschiebung. Er fühle sich in dieser Runde auch sehr wohl, so der sympathische Mediziner.

Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Ehefrau Michaela arbeite als Physiotherapeutin und ist ebenso wie ihr Ehemann überzeugte Neckarauerin. „Ich konnte sie nur überreden auf den Almenhof zu ziehen, weil das die gleiche Postleitzahl hat wie Neckarau“ so Marcus Fähnle augenzwinkernd.

Dass er jemals den Bloomaulorden bekommen würde, da habe er nie dran gedacht, als er zu Prof. Weizel eingeladen wurde. Doch jetzt erfülle es ihn natürlich mit sehr viel Stolz, sagt der Internist, der eigentlich Kapitän werden wollte. Da er aber schon sehr früh seine heutige Frau kennen lernte, war das kein Thema mehr.

Seine Frau war es dann, die ihn als Schiffsarzt auf dem Schulschiff Alexander von Humboldt anmeldete. „Damit er nicht später mal sagen kann, er habe wegen mir etwas versäumt“ so Michaela Fähnle. „Das war eine wunderschöne Zeit“, ist ihr ihr Ehemann dankbar.

Während seiner Klinikzeit verbrachte er so etwa zwei Mal pro Jahr in seiner Freizeit mehrere Wochen auf dem imposanten Segelschiff und musste auch kräftig mit anpacken. Er würde es auch gerne heute noch mal machen, doch leider fehlt ihm dafür die Zeit.

Entspannung findet er bei Bergtouren mit seiner Familie. Neben seiner Arbeit als Arzt findet er aber auch noch Zeit für ehrenamtliches Engagement, wie etwa als Vorstand in der Frank Herrmann Stiftung, einer privaten Stiftung zur Unterstützung psychisch erkrankter Menschen.

Und dann gibt es noch ein ganz besonderes Hobby. Das neue Bloomaul ist nämlich Westernschütze bei den Mannheimer Western Shooter. Hier wird noch nach alter Tradition mit Vorderladern aus dem Jahre 1870 auf Blechziele geschossen. „Das macht wahnsinnig viel Spaß“ so Marcus Fähnle.

Doch jetzt freut der sich einfach darauf, am kommenden Sonntag den Orden als 51. Mannheimer Bloomaul zu erhalten.