25. März 2020

Kreative Impulse für Familien mit Kindern

bunter Regenbogen
Regenbogen als Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit. Foto: zg

Mannheim

Nicht nur die Kontakte zu Gleichaltrigen in Kita und Schule fehlen Kindern in diesen Tagen sehr. Neben anderen Freizeitbeschäftigungen fallen auch Kinderkirche, Gruppenstunden und Erstkommunionvorbereitung aus.

Von letzterer Maßnahme sind über 500 Grundschulkinder betroffen, die ihre Erstkommunion nun nicht, wie geplant, nach Ostern feiern können. „Kirche ist in diesen Tagen daher auch für Kinder da“, sagt der katholische Stadtdekan Karl Jung und verweist auf mehrere Angebote, die gerade in den Kirchengemeinden des Dekanats angelaufen sind.

So hat beispielsweise ein Team an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der katholischen Kirchengemeinden einen Newsletter mit Liedern, Gebeten und kreativen Ideen für Kinder sowie deren Familien aufgelegt.

Die erste Ausgabe gibt es bereits per E-Mail oder auf der Homepage des Katholischen Stadtdekanats www.kathma.de zum Download. Er wird künftig wöchentlich erscheinen und online abrufbar sein.

Darüber hinaus setzt die Kirchengemeinde Mannheim-Süd auf ein Video-Format für seine Erstkommunionkinder. „An diesem Wochenende wird es darin vielleicht um Regenbögen gehen“, verrät Gemeindereferentin Melanie Gutjahr. Denn gerade ist in dieser Kirchengemeinde der Nachwuchs vom Kindergarten- bis ins Schulalter dabei, Regenbögen zu malen.

Sie nehmen damit die bundesweite Aktion unter dem Hashtag #CoronaCare auf und zieren mit ihren Regenbögen Fenster und Türen. So dass andere Kinder sie beim Spazierengehen sehen, suchen und zählen können. „So spüren auch die Kleinsten, dass sie nicht die einzigen sind, die zuhause bleiben müssen“, freut sich Gutjahr bereits über zahlreiche Fotos von Regenbögen in ihrer Gemeinde.

„Vielleicht spannt sich ja schon bald ein riesiger Regenbogen über Mannheim“, lädt Jung nicht nur die Kinder ein, sich an dieser Aktion zu beteiligen, denn auch Erwachsene dürfen mitmachen.

Im wahrsten Sinne des Wortes, Steine ins Rollen bringt unterdessen die katholische Kirchengemeinde Mannheim St. Martin, die Seckenheim, Friedrichsfeld, Edingen und Neckarhausen umfasst. Sie lädt aktuell insbesondere Familien ein, Steine mit Passions- und Ostermotiven zu bemalen oder mit Segenswünschen zu versehen.

„Die Steine werden bei den Kirchen in der Seelsorgeeinheit St. Martin wieder abgegeben und dann an ältere Gemeindemitglieder oder an Menschen, denen es gerade nicht gut geht oder die aufgrund von Quarantäne beziehungsweise der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ihr Haus nicht verlassen können, vor Ostern in Form eines Briefes verteilt“, beschreibt Gemeindereferentin Eva-Maria Ertl.

Dass Steine für diese Aktion verwendet werden erkläre sich aus der biblischen Geschichte, so Ertl: „Als die Jüngerinnen den Leichnam des gekreuzigten Jesus salben wollen, ist der Stein weggerollt und das Grab leer. Der weggerollte Stein wurde damit zum Symbol für die Osterbotschaft. Die Botschaft über die Auferstehung Jesu. Die Botschaft darüber, dass Gott – dass die Liebe – stärker ist als der Tod.“

Im Aufbau befindet sich für die katholischen Kindertagesstätten zudem ein dezentrales Netzwerk, das pädagogische Fachkräfte und Kita-Kinder weiterhin den Kontakt zueinander ermöglichen soll.

Die Kita-Teams könnten darüber Spielideen, Rätsel, Bastel- und Malvorlagen, Anregungen zur Sprachförderung, Ideen zur Strukturierung des Alltags oder vielleicht auch eine fortlaufende Fotostory mit Bildern aus den „Osterwegen“, die gerade in vielen Einrichtungen begonnen haben, für die Kinder bereitstellen, beschreibt Gabriele Wurl, Fachreferentin für Sprachförderung und Qualitätsentwicklung der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Mannheim mögliche Beispiele des Projekts „KitaSchätze@home“.

Wie diese Infos zu den Kindern gelangen, entwickeln die Kita-Teams vor Ort. „Sie kennen ihre Schützlinge und Familien und können an bestehende Netzwerke anknüpfen.“