30. Oktober 2020

Nachhaltig für die Zukunft: Kita-Essen mit Herz und Verstand

Evangelische Kirche Mannheim startet Projekt für nachhaltiges Mittagessen

Kita-Kinder beim Kartoffelschälen
Kita-Kinder schälen gemeinsam am Tisch Kartoffeln. Foto: pixabay

Mannheim

Mit dem Projekt „GeLeNa – gemeinsam, lecker, nachhaltig. Kita-Essen mit Herz und Verstand“ stellt die Evangelische Kirche Mannheim das Mittagessen in ihren Kitas um. Ziel ist, Mitarbeitende, Kinder und ihre Familien in diese zukunftsfreundliche Entwicklung einzubinden. Die Umstellung wird begleitet von Kochkursen und themenspezifischen Angeboten für die Erwachsenen sowie Mitmachaktionen und Erlebnissen für die Kita-Kinder.

„Im Kita-Alltag sind Essenssituationen ganz zentral“, so Kita-Abteilungsleiterin Sabine Zehenter. „Dort erleben die Kinder gesunde Lebensmittel, Gemeinschaft, Zusammenkunft und Esskultur.“ In den evangelischen Kitas kommen pro Jahr mehr als 560.000 Essen auf den Tisch. In 27 der 46 Kitas wird bereits frisch gekocht. Planungsaufwand, Bestellung und Einhaltung der Vorgaben sind für alle Kitas beträchtlich. Diese Vorgänge werden mit dem Projekt „GeLeNa“ vereinfacht und um zukunftsweisende Komponenten erweitert. So wird das Essen auf saisonale Kost aus regionalem Öko-Anbau umgestellt, Fleisch kommt seltener auf den Tisch und für die Klimabilanz der Essen wird eine „KlimaTeller-App“ eingesetzt. Aus einer Sammlung können die Kitas Gerichte auswählen, die möglichst klimafreundlich, saisonal, lecker und gesund ist. Das Projekt fußt auf den langjährigen Erfahrungen einer der evangelischen Kitas. Mit den Pilot-Kitas wird das Projekt nun bis zur Jahresmitte 2021 auf breitere Füße gestellt und soll innerhalb der nächsten fünf Jahre auf alle evangelischen Kitas in Mannheim ausgeweitet werden. In den derzeit 46 Kitas kümmern sich rund 650 pädagogisch Fachkräfte um rund 2.800 Kinder.

Kochbuch, KlimaTeller-App, Klimabilanz, Freude am Kochen und am Essen

Kern des Projekts wird das „GeLeNa-Kochbuch“ mit seinen sein. Sie richten sich nach Beliebtheit bei den Kindern, Gesundheit und Ausgewogenheit. Zusätzlich wird ihre Klimabilanz durch eine „KlimaTeller-App“ ermittelt: Die Zutaten und deren Menge, ihre Herkunft und Anbaumethode ergibt die CO2-Bilanz der Gerichte. So können klimaschädigende Zutaten gegen klimafreundlichere ausgetauscht werden oder aber im Wochenverlauf die Klimabilanz ausgeglichen werden. Ebenso wird jedes Rezept budgetiert, so dass das vorhandene Essensbudget der Kita variabel genutzt werden kann. Weitere Komponenten sind die regionalen Anbieter und Sorgfalt in der Mengenberechnung zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

„Dieses Projekt begrüße ich zutiefst und freue mich auf dessen Umsetzung“, sagt Dekan Ralph Hartmann. „Denn die Bewahrung der Schöpfung ist einer unserer Aufträge. Hartmann freut sich schon darauf, das GeLeNa-Kochbuch, das zunächst als Loseblattsammlung und dann von Kinderhand illustriert als Druck- und als Online-Version erscheinen soll, in Händen zu halten. Geplant ist die Fertigstellung für 2021.