19. Juli 2019

In voller Feuerwehrmontur über die Alpen

Mannheimer Feuerwehrmänner sammeln mit originellem Spendenlauf Geld für Kinderhospiz Sterntaler

Feuerwehrmänner in voller Montur auf Alpengipfel Foto: Stadt Mannheim
In voller Feuerwehrmontur über die Alpen. Von links nach rechts: Manuel Schmidt, Konstantin Braun, Pascal Dieffenbach.

Innenstadt/Jungbusch

Zu Fuß einmal über die Alpen, vom bayrischen Mittenwald bis nach Me­ran in Südtirol. 190 Kilometer, 19500 Höhenmeter, innerhalb von elf Ta­gen. Dieses ehrgeizige Ziel haben sich drei Mannheimer Feuerwehrmänner gesteckt. Am 8. August soll die Tour starten. Das Besondere: Die drei Al­penüberquerer nehmen die Distanz in voller Einsatzkleidung auf sich. So wollen sie Aufmerksamkeit schaffen und damit Spenden sammeln für das Mannheimer Kinderhospiz Sterntaler.
 
„Die Idee war plötzlich da: Bei einer Wanderung im Schwarzwald kam mir der Gedanke, wie es wohl wäre, eine Alpenüberquerung in voller Feu­erwehrmontur für einen guten Zweck zu machen. Meine Mutter Elke war gerade von Oberstdorf nach Meran über die Alpen gewandert“, schildert Konstantin Braun, der seit zwei Jahren bei der Mannheimer Berufsfeuer­wehr arbeitet, die Entstehung des Projektes. „Am nächsten Morgen er­zählte ich meinen Kollegen Manuel Schmidt und Pascal Dieffenbach von der Idee. Deren erste Reaktion: ‚Du spinnst!‘ Als der Gedanke dann aber gesackt war, waren die beiden total begeistert und bereit mitzumachen.“
 
Mit 25 Kilo am Leib die Alpen überqueren
 
Mit gut 25 Kilogramm Ausrüstung am Leib, darunter Atemschutzgerät, Helm, sechs Liter Wasser, das nötigste Gepäck („drei Funktions-Boxer­shorts“) und der Feuerwehreinsatzkleidung aus schwerem, nicht brennba­rem Material, soll es losgehen. „In den Anzug kommt nichts rein, es geht aber auch nichts raus“, beschreibt Braun die Eigenschaften der Kleidung, die mit jedem Kilometer schwerer werden dürfte. Das Einzige, worauf die „Feuerstreiter“, wie sich die drei Alpenüberquerer nennen, verzichten, sind die Feuerwehrstiefel. Diese sind zu schwer, zu unbequem und auch nicht sicher genug. Daher setzen die Feuerwehrmänner bei diesem besonderen Einsatz auf konventionelle Bergstiefel.
 
Erster Bürgermeister Specht begleitet die Kameraden

Unterstützt und begleitet werden die drei von Freunden und Familienan­gehörigen. So entstand auch der Name des Projektes: „Feuerstreiter-Weg­begleiter“. Zudem sind auf der Tour auch ein Wanderführer des Deut­schen Alpenvereins und ein zweiköpfiges Kamerateam des Bayrischen Rundfunks dabei.
 
Auch Mannheims Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Christi­an Specht wird die Kameraden für die ersten vier Tagesetappen von Mit­tenwald bis nach Hall in Tirol begleiten. „Wir Mannheimer sind begeistert von diesem tollen, ehrgeizigen Projekt unserer Feuerwehrmänner, die die­sen besonderen Einsatz für den guten Zweck in ihrer Freizeit und während ihres Urlaubs durchführen“, lobt Specht die 27- bis 30-jährigen Männer und ergänzt: „Ich freue mich, dass dieses besondere Projekt schon im Vor­feld so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Zahlreiche Unterneh­men aus Mannheim und der Region haben ihre Unterstützung bereits zu­gesichert und gespendet – ihnen gilt unser Dank.“
 
Bis auf 2920 Meter Höhe werden die Feuerstreiter und ihre Wegbegleiter bei ihrer Tour aufsteigen. Mehrere Zehn-Stunden-Etappen sind dabei. Braun und seine Kollegen sind sich der Unwägbarkeiten bewusst: „Wir haben kein vergleichbares Projekt im Internet gefunden. Daher gibt es auch keine Erfahrungswerte. Bei manchen Touren werden wir wahr­scheinlich noch mehr Zeit brauchen.“ Seit der Entschluss gefasst ist, trai­nieren die drei Feuerwehrmänner und ihre Begleiter regelmäßig, so zuletzt am bayrischen Tegernsee und in Oberstdorf.
 
Für Mannheimer Kinderhospiz Sterntaler unterwegs
 
Wichtig war dem Team von Anfang an der Gedanke, mit dem Projekt Spenden für eine gute Sache zu sammeln. So wurden sie aufmerksam auf den Verein Kinderhospiz Sterntaler e.V. in Mannheim und dessen stationä­res Kinderhospiz in Dudenhofen, das das einzige in der Metropolregion Rhein-Neckar und Rheinland-Pfalz ist. Der Verein unterstützt lebensverkürzend erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie deren Familien und begleitet sie auf ihrem Weg. In der Einrichtung werden die jungen Patienten zusammen mit ihren Familien aufgenommen und von einem interdisziplinären Team aus Medi­zinern, Pflegekräften, Pädagogen und einer Psychologin gepflegt und be­treut. Die drei „Feuerstreiter“ besuchen die Sterntaler seit letztem Herbst regelmäßig und bringen den Kindern viel Abwechslung und Freu­de mit.