13. Mai 2019

Unhaltbare Verkehrssituation wegen Bauarbeiten in Sandhofen

Sandhofen

Seit einigen Tagen ist es nahezu unmöglich, die Stadt Mannheim aus Richtung Norden zu erreichen oder zu verlassen. Grund dafür sind die Baumaßnahmen am Autobahnanschluss Mannheim-Sandhofen und  der B 44. Die einspurige Verkehrsführung sorgt hier für massive Verkehrsbehinderungen den ganzen Tag über.

Am 6. Mai kamen die Scharhöfer Grundschulkinder mehr als eine Stunde zu spät zur Schule, weil der Schulbus Verspätung hatte. Kinder aus Kirschgartshausen saßen so lange an der Haltestelle, um auf den verspäteten Bus zu warten. Auch in den folgenden Tagen waren die Verspätungen groß.

Feldwege rund um das Baustellengebiet werden als Ausweichstrecke genutzt, doch viel Zeitersparnis bringt das nicht.

Doch damit nicht genug. Zeitgleich ist auch die parallel verlaufende Sandhofener Straße wegen Gleisarbeiten komplett gesperrt und kann nicht als Ausweichstrecke genutzt werden. Und im angrenzenden Hessen wird bei Bürstadt auch an der B 44 gearbeitet. Das Chaos ist perfekt.

"Das aktuelle Chaos infolge der Baustelle auf der B 44 in Sandhofen macht es mehr als deutlich: Mannheim braucht schnellstens ein Baustellenmanagement", fordert der Mannheimer Bundestagsabgeordnete und Stadtrat Nikolas Löbel.

"Die vielen Baustellen zeigen, dass in Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur investiert wird. Ganz ohne Beeinträchtigung des Verkehrs sind Baustellen in der Regel nicht zu betreiben. Ein Stau-Chaos wie in diesen Tagen in Sandhofen hätte jedoch nicht sein müssen.

Dass parallel zur lange angekündigten Baustelle auf der B 44/Autobahnanschluss Sandhofen die Sandhofer Straße entlang des Altrheins und damit eine wichtige Umfahrung der B 44 gesperrt ist, hätte man vermeiden können - ja vermeiden müssen", so Löbel.

Auch bei der Bezirksbeiratssitzung in Sandhofen wurde die ernste Lage thematisiert: Was ist, wenn es auf dem Scharhof brennt, wenn jemand einen Notarzt oder einen Rettungswagen braucht? Wie soll der Unterrichtsausfall bei den Schulkindern aus dem Scharhof kompensiert werden? Wie sollen sechs- bis siebenjährige Erstklässler über eine Stunde auf den Schulbus warten?

Das sind alles Fragen, die sich die Verantwortlichen für diese Baumaßnahmen vorher hätten stellen müssen. Mit Kommunikation zwischen den einzelnen Bauträgern, mit einem guten Baustellenmanagement hätte man die Maßnahmen so koordinieren müssen, dass zwei wichtige Straßen von und nach Sandhofen nicht gleichzeitig gesperrt bzw. in Teilen nicht befahrbar sind.

Nikolas Löbel: „Nicht nur innerhalb von Mannheim, auch innerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar wird nebeneinander statt miteinander geplant. Das muss dringend geändert werden". 

Bei der Bezirksbeiratssitzung schlug Wilken Mampel vor, die Polizei solle den Verkehr auf den Kreuzungen zu Stoßzeiten regeln.