13. August 2019

„Tage der Industriekultur“ vom 16. bis 25. August

Gebäude mit Baukränen
Unter dem Thema Quo vadis Mannheim? geht es am 21. August um das Thema Stadtentwicklung am Beispiel Glücksteinquartier. Die Diskussion findet bei freiem Eintritt im Alten Lokschuppen statt. Foto: Warlich-Zink

Mannheim

Europas größter Kartoffel-Abfüllanlage befindet sich in Frankenthal. Wer’s bislang nicht gewusst hat und mit eigenen Augen sehen will, wie Linda, Annabelle, Gala und andere „Grumbeere“ heute vertrieben werden und im Vergleich dazu Firmengründer Josef Kuhn die Knollen aus der Region noch persönlich im Pferdewagen im Stadtgebiet Mannheim ausgefahren hat, kann sich beim Verein Rhein-Neckar-Industriekultur für eine Betriebsführung bei Kartoffel Kuhn anmelden.

Nur eines von vielen Angeboten im Rahmen der „Tage der Industriekultur“ 16. bis 25. August.

„Wir bringen Sie an ungewöhnliche Orte“ versprechen die Ehrenamtlichen im mittlerweile dritten Jahr in Folge und haben 30 Veranstaltungen in zehn Tagen und unterschiedliche Formaten verpackt.

Rad- und Bootstouren, Ausstellungen, thematischen Führungen und Betriebsbesichtigungen zeugen von der reichen Industriegeschichte der Region. Die Tore des Wasserwerks in Mannheim-Rheinau öffnen sich ebenso wie die des Wasserturms im benachbarten Seckenheim.

Dieser befindet sich in Privatbesitz beherbergt  Europas einziges Aufzugsmuseum mit Exponaten ab Beginn des 20. Jahrhunderts.

Passend zur Ausstellung  über Karl Wilhelm Ochs, Chefarchitekt des alten BBC-Werks in der städtischen Galerie Port 25 in der Mannheimer Hafenstraße, laden Verein und IG Metall zur Besichtigung des Torbaus und der ehemaligen Fabrikhallen ein. Bei einem „Erzähl-Café“ schildern Mitarbeiter, wie das einst stolze Werk zerschlagen wurde.

Gerade mal fünf Kilometer muss geradelt werden, um 13 Brücken zu unter- oder überqueren und dabei komplett unterschiedliche Konstruktionen von der Dreh- bis zur Hängebrücke kennenzulernen, wie sie in der Quadratestadt zwischen Collinisteg und Adenauerbrücke existieren.

Die Wasserschutzpolizei verrät, was zu ihrem Aufgabespektrum gehört. Andere Werksbesichtigungen führen zu Bopp und Reuther, Contargo und Roche. Ein Streifzug durch den Arbeiterstadtteil Hemshof in Ludwigshafen offenbart versteckte Häuser in Hinterhöfen und überraschende Blickachsen.

Beim Spaziergang durch die Weinheimer Industriegeschichte trifft man auf große Markennamen wie Kukident, Vileda oder 3-Glocken-Nudeln.

Beginnen werden die Tage der Industriekultur mit der beliebten Hafenrundfahrt an Bord der „Kurpfalz“. Ausklingen werden sie auf der Friesenheimer Insel im Alten Klärwerk, wo der Künstler Rüdiger Krenkel seinen Lebensmittelpunkt und sein Atelier hat. Er wird durch die Anlage führen, um Natur, Architektur und Abwassertechnik erklären und seine Skulpturen aus Holz, Stahl und Stein zu zeigen.

Die Tage der Industriekultur bieten immer auch Gelegenheit zur Diskussion. Beispielsweise zum Thema Stadtentwicklung anhand des Glückstein-Quartiers am Mannheimer Hauptbahnhof.

Da bei vielen Veranstaltungen die Teilnehmerzahl beschränkt ist, wird um eine Anmeldung unter www.rhein-neckar-industriekultur.de gebeten.

Für Interessierte ohne Internetzugang ist zur Info unter der Rufnummer 0621 39184232 ein Anrufbeantworter eingerichtet.