11. September 2019

TECHNOSEUM zeigt Stummfilm „Menschen am Sonntag“ mit Kino-Orgel

zwei Frauen in einem alten Film
Der Stummfilm „Menschen am Sonntag“ wird im Technoseum gezeigt. Foto: Filmmuseum Berlin

Oststadt

Er steht für Lebensgefühl einer ganzen Ära: Am Mittwoch, 18. September, zeigt das TECHNOSEUM den Stummfilm-Klassiker „Menschen am Sonntag“ aus dem Jahr 1929: Die Alltagserlebnisse fünf junger und ganz normaler Großstadtmenschen stehen im Mittelpunkt der Handlung, die eine ebenso unterhaltsame wie informative Momentaufnahme über das Leben im Berlin der „Goldenen 20er“ ist.

In einer kurzen Einführung wird der Film historisch eingeordnet. Musikalisch begleitet wird die Vorführung live mit der Kino-Orgel des Museums, die zu den wenigen noch funktionstüchtigen Orgeln dieser Art in Europa zählt. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Der Film gilt als einer der filmischen Höhepunkte der Weimarer Republik. Die Handlung ist größtenteils improvisiert, die Darsteller waren Laien, und gedreht wurde ausschließlich an Originalschauplätzen und nicht im Studio – so entstand eine Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die für die damalige Filmszene mehr als ungewöhnlich war.

Der Streifen war auch der Durchbruch für die beiden Regisseure Robert Siodmak und Edgar G. Ulmer, für Billy Wilder, der das Drehbuch beisteuerte, sowie für Eugen Schüfftan und Fred Zinnemann, die hinter der Kamera standen: Sie alle sollten das internationale Filmgeschäft über Jahrzehnte hinweg prägen.

Bei der Vorführung im TECHNOSEUM kommt die hauseigene Kino-Orgel zum Einsatz, die über ein wesentlich umfangreicheres Geräuschspektrum verfügt als herkömmliche Pfeifenorgeln: So werden an dem Abend im TECHNOSEUM auch Fabriksirenen, Vogelgezwitscher und Autohupen zu hören sein und die Metropole Berlin auf der Leinwand passend untermalen.