12. Januar 2018

Sandhase haben auch im Jubiläumsjahr die Macht im Rathaus

Elferräte mit Riesenbrezel
Für Stephan Frauenkron gab es eine große Brezel. Foto: Schatz

Rheinau

Die Machtübernahme im Rheinauer Rathaus durch die Sandhase-Karnevalisten verlief in diesem Jahr eigentlich recht unspektakulär. Vielleicht lag das daran, dass es Stadtprinzessin Miriam I. wegen des großen Termindrucks nicht geschafft hatte, die Fastnachter zu unterstützen oder aber eher daran, dass man eigentlich vergessen hatte, den Rathausschlüssel an Bürgerserviceleiter Stephan Frauenkron zurück zu geben. So konnte man ihn ja eigentlich auch gar nicht fordern. Doch der Reihe nach.

Wie immer war der Trausaal im Rheinauer Rathaus gut gefüllt (und vor allem auch gut geheizt) als Sandhase-Präsident Holger Kubinski die Gäste und zahlreiche Ehrengäste begrüßte. Bereits seit 55 Jahren gibt es den Rheinauer Karnevalsverein „Sandhase“ und fast genauso lange lade man wohl auch schon zu diesem Rathaussturm ein, so Kubinski.

Er freute sich über die große Resonanz an Gästen, darunter auch die ehemalige Stadtprinzessin der Sandhase Manuela I., hatte aber auch mahnende Worte parat. In Zeiten, in denen viele Mitbürger lieber bequem vom Sofa aus bei  Versandhändlern bestellen anstatt die örtlichen Gewerbetreibenden zu unterstützen, da gibt es auch immer mehr Menschen, die sich eine Prunksitzung lieber bequem in den eigenen vier Wänden anschauen, Angebote gäbe es derzeit auf allen Sendern ja mehr als genug.

Doch das ist natürlich nicht das Gleiche als wenn man beispielsweise in einem Saal sitzt und das ganze live miterlebt. Und so bekommen immer mehr Vereine Probleme, ihre Hallen zu den  Veranstaltungen zu füllen. Spätestens wenn man aus Kostengründen und wegen Besucherschwund die Veranstaltungen nicht mehr durchführen kann, dann sei das Geheule groß. Doch dann ist es auch zu spät, so Kubinski als Anreiz, die Veranstaltungen der Sandhase aber natürlich auch der anderen Fastnachtsvereine zu besuchen.

Doch er wollte nicht zu sehr schwarz malen und rief Bürgerserviceleiter Stephan Frauenkron zu sich. Wie schon erwähnt, der Schlüssel war eigentlich das ganze Jahr über in den Händen der Sandhase, nur im Bürgerdienst haben sie sich nicht sehen lassen. Das wird jetzt wieder anders, zumindest am schmutzigen Donnerstag soll es wieder einen Besuch der Fastnachter geben und auch an die Schlüsselrückgabe will man in diesem Jahr denken.

Für Stephan Frauenkron gab es die obligatorische Riesenbrezel. Bevor er die jedoch essen durfte musste er erst noch einen Stock höher, um die Sandhase-Fahne aufzuhängen, damit ab sofort auch jeder weiß, hier regieren die Narren. Damit war der offizielle Teil auch schon beendet, die Gäste durften sich jetzt an Brezeln, Sekt und lecker belegten Brötchen laben und sich unterhalten, wovon reger Gebrauch gemacht wurde.