25. Juni 2020

PopUp-BikeLane am Kaiserring

Infoplakat
Am Samstag müssen die Autos auf einer Fahrspur zugunsten des Radverkehrs weichen. Aktionsplakat: ADFC

Mannheim

Was man in anderen Städten schon kennt, feiert am Samstag, 27. Juni, in Mannheim Premiere. Zwischen 10 und 16 Uhr entsteht am Kaiserring zwischen Kunststraße und Bismarckstraße eine sogenannte PopUp-BikeLane, ein temporärer Radweg auf der rechte Fahrspur Parallel dazu findet auf den begleitenden Parkplätzen eine Lastenradausstellung statt. Hier können sich Interessierte über die zukünftig von der Stadt Mannheim geförderten Lastenfahrräder sowie damit zusammenhängende Dienstleistungen informieren.

Das Fahrrad hat sich in der Corona-Pandemie offensichtlich als krisenfestes Verkehrsmittel etabliert: Mehrere Studien zeigen, dass mit dem Ende der Beschränkungen der Radverkehr zugenommen hat - laut Verkehrsministerium in Baden-Württemberg sogar um rund 150 Prozent. Aber auch der Handel erlebt seit der Wiedereröffnung der Fahrradläden nach dem Corona-Lockdown einen Boom.

„Die Erklärungen dafür liegen auf der Hand: Das Ansteckungsrisiko auf dem Fahrrad ist relativ gering, außerdem ist Radfahren generell gesund“, sagt Dr. Gerd Hüttmann vom ADFC Mannheim. Für den ADFC steht fest: Die Pandemie führt zu einem neuen Mobilitätsverhalten vieler Menschen. Um die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus zu minimieren, vermeiden viele den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der Individualverkehr nimmt hingegen zu.

„Die Alternative kann und darf hier aber nicht das Auto sein, sonst droht unserer Stadt der Verkehrskollaps“, so Hüttmann. Es gelte vielmehr, nun allen alten wie neuen Herausforderungen des Verkehrssystems zu begegnen, den ÖPNV zu unterstützen und den Radverkehr durch den raschen Ausbau einer sicheren Radverkehrsinfrastruktur zu fördern.

Der ADFC geht davon aus, dass in der Übergangsphase der Coronakrise zwischen Lockerungen und völliger Normalisierung viele Menschen weiterhin das Rad nutzen werden. Die vorhandenen Rad- und Gehwege seien aber zu eng für die Zahl der Nutzenden.

Verschärft werde das Problem durch die geltenden Hygiene- und Abstandregeln, denn Radfahrende müssen beim Fahren wie beim Warten vor den Ampeln den notwendigen Abstand einhalten. Damit Radfahrer, aber auch Fußgänger ausreichend Abstand halten können, müssen die Städte nach Auffassung des ADFC den öffentlichen Raum neu aufteilen.

„Wir brauchen jetzt ein ergänzendes Radverkehrsnetz“, fordert Hüttmann. Immer mehr Städte weltweit – von Bogotá über München bis Berlin würden jetzt temporäre geschützte Radfahrstreifen (PopUp-Bikelanes), schaffen. „Das heißt, sie wandeln Autospuren in Radwege um und ermöglichen Radfahrenden so sichere Wege durch die Stadt. „Das ist auch in Mannheim möglich“, sagt Hüttmann und ergänzt: „Am Samstag wird`s ausprobiert“.