30. März 2020

Gartencenter erhält Bombendrohung

Sandhofen

Kaum waren die Anordnungen der Stadt und des Bundeslandes zur vorübergehenden Schließung von Geschäften während der Coronakrise durch, da ging bei Andreas Beier, Chef des Gartencenters Beier eine Bombendrohung per Email ein.

Diese Mail ging zeitgleich an die Polizei und an ein regionales Online-Magazin. In dem Schreiben wurde von Beier gefordert, dass er sein Gartencenter schließen solle, solange Menschen mit dem Corona-Virus unterwegs seien, ansonsten würde es einen Brandanschlag geben.

Andreas Beier ging sehr offensiv mit dieser Drohung um, informierte sofort Polizei und seine Mitarbeiter, ließ sich nicht einschüchtern. „Die Kriminalpolizei gab uns die Empfehlung nicht zu schließen“, erklärte er auf Anfrage der Nord Nachrichten. „Die Sorgen der Menschen sind momentan groß genug, da muss man nicht auch noch zusätzlich Ängste schüren“.

Derzeit arbeitet die Kriminalpolizei mit Hochdruck daran, den Absender der Droh-Mail zu ermitteln. „Die Kripo betreut uns hervorragend. Es gab vertrauensbildende Maßnahmen und auch unsere Mitarbeiter werden gut betreut“, erklärte Beier.

Er kann sich nicht vorstellen, warum ausgerechnet sein Gartencenter eine derartige Drohung bekommen hat. Es gebe keine Streitigkeiten, keine Auseinandersetzungen, niemand wolle ihm etwas Böses.

„Ich denke, wir haben diese Mail nur deshalb bekommen, weil wir geöffnet haben. Aber nicht wir haben entschieden dass Gartencenter geöffnet bleiben, das war die Rechtsverordnung des Landes und die Allgemeinverfügung der Stadt Mannheim.“

Nach diesen dürfen Gartencenter unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften geöffnet bleiben, damit sich Hobbygärtner mit Pflanzen und Sämereien eindecken können. Für viele Menschen ist nämlich in Zeiten von andauerndem Zu-Hause-Bleiben der eigene Garten eine wertvolle Zuflucht.

„Bau- und Gartenmärkte sind geöffnet, damit die Leute, die jetzt vermehrt zu Hause sind, etwas zu tun haben“, sagt Andreas Beier. Aber er kennt noch ein Argument: „Wenn das mit der Erntehelferproblematik so weiter geht, haben wir im Sommer nur eine sehr reduzierte Ernte.“ Mit Selbstversorgung, beispielsweise mit Kartoffeln und Tomaten, könne man hier etwas vorbeugen.