10. Dezember 2019

„Aktiv auf die Standortfrage von Funkmasten Einfluss nehmen“

Funkmast auf Gelände
Rund um die Funkmast an der Randerschließungsstraße entzündete sich ein heftige Diskussion, unter anderem darüber, wann Bezirksbeirat und Bürger hätten informiert werden müssen. Foto: Warlich-Zink

Seckenheim

Der Funkturm an der Seckenheimer Hundehütte beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger. Bei einem Treffen, zu dem Stadtrat Thorsten Riehle eingeladen hatte, kam die Bürgerinitiative nun mit der Seckenheimer SPD ins Gespräch. Evi Korta-Petry und Giuseppe Randisi hatten sich im Bezirksbeirat bereits vor der Sommerpause skeptisch zu dem Genehmigungsverfahren geäußert.

„Uns ist nicht klar geworden, warum wir bei einer solch wichtigen Entscheidung lediglich durch eine Informationsvorlage in Kenntnis gesetzt werden“, so Korta-Petry. Es wäre wichtig gewesen, bereits vor der Genehmigung mit dem Gremium vor Ort ins Gespräch zu kommen. „Das hätte einigen Ärger erspart“, ist sich die SPD-Sprecherin im Bezirksbeirat sicher.

Giuseppe Randisi ergänzt, dass der Bezirksbeirat bereits bei der internen Sitzung zu Jahresbeginn auf die mangelhafte Kommunikation hingewiesen habe. Wie es in der im Anschluss an das Gespräch von der SPD herausgegebenen Pressemitteilug heißt, habe Thomas Rieger, einer der Sprecher der BI, betont, dass es der Bürgerinitiative nicht darauf ankomme, die Digitalisierung zu verhindern.

Das Gegenteil sei der Fall. Die Frage, die sich an dem Seckenheimer Funkturm entzündet habe, ziele eher darauf ab, ob es nicht sinnvollere Bündelungen gebe. „Das wäre an diesem Standort unproblematisch gewesen“, so Rieger weiter. Zum einen stehe in unmittelbarer Nachbarschaft ein weiterer Funkturm, zum anderen hätte die Sendeanlage auf die vorhandenen Strommasten platziert werden können.

Selbst eine Versetzung in Richtung Autobahn wäre besser gewesen, als der jetzige Standort. Insbesondere, da der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der strittige Funkmast steht, auch in zurückgesetzter Lage in Richtung Autobahn über ein Grundstück verfügt, wäre eine Standortalternative leicht möglich gewesen. 

Insofern gehe es der BI auch um den Umgang mit der Genehmigung von künftigen Funkmasten. Für den Ausbau von 5G müssten nach Einschätzung der BI Hunderte von neuen Anlagen im Mannheimer Stadtgebiet untergebracht werden.

„Darauf sollte die Stadt konzeptionell vorbereitet sein“, so Rieger. „Die Verwaltung hat mehrmals den Standpunkt vertreten, dass im Sinne eines privilegierten Verfahrens ein Alternativstandort nicht zur Diskussion stand“, stellte Stadtrat Riehle noch einmal fest. Insofern war nach Meinung der Stadt der Bau zu genehmigen.

Auch er sehe aber, dass die Information des Bezirksbeirates und der Bürgerinnen und Bürger verbessert werden muss. „Bei der großen Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung über mögliche Gesundheitsschäden als Folge von elektromagnetischer Strahlung sollten wir mit solchen Themen sensibler umgehen.“

Dabei müsse der Ausbau nicht unbedingt zu Lasten von Bewohnerinnen und Bewohnern gehen. „Wenn die Verwaltung geeignete Flächen und weitere Möglichkeiten wie Strommasten oder bereits vorhandene Türme im Vorfeld prüft, können wir nicht nur die Verfahren beschleunigen, sondern auch aktiv auf die Standortfrage Einfluss nehmen.“

So könne der notwendige Ausbau unterstützt und mögliche Konflikte mit der Bevölkerung reduziert werden. Wichtig dabei sei, im Austausch mit den Bezirksbeiräten als beratendes Gremium vor Ort zu bleiben und die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen. „Dafür will sich Riehle im Gemeinderat einsetzen“, heißt es in der Presseerklärung.