31. März 2021

Mit Bildern und Worten der seelischen Sprachlosigkeit begegnen

vier frauen
Sie kümmern sich um traumatisierte Kinder: Katja Wagner-Regelmann, Judith Winkler, Ulrike Bauer, Cigdem Erdis (v.l.n.r.).

Neckarstadt

Familien mit und ohne Fluchthintergrund zu helfen, die traumatische Erfahrungen in ihrem Leben machen mussten, ist dem Diakonischen Werk Mannheim ein großes Anliegen. Mit dem Projekt einer Psychosozialen Stabilisierungsgruppe für Kinder in Kombination mit einer Elterngruppe gibt es nun ein neues Angebot, um diese Zielgruppe zu unterstützen.

Das Projekt schließt eine Lücke in der Betreuung von traumatisierten Kindern und ihren Familien. Betroffen von traumatischen Erlebnissen sind oft Menschen, die auf der Flucht schreckliche und lebensbedrohliche Erfahrungen machen mussten.

Die Kinder- und Jugendgruppen sollen jedoch nicht nur für Menschen mit Fluchterfahrung offen sein. „Auch in Familien ohne Migrationshintergrund passieren Dinge, die Kinder und Jugendliche nicht allein bewältigen können“, sagt Cigdem Erdis, Sachgebietsleiterin Flucht und Migration vom Diakonischen Werk Mannheim.

Corona hatte den geplanten Start zunächst erschwert. Mit der Ausbildung der 18 ehrenamtlichen Traumahelfer wurden die Planungen konkret und erste Schritte getan. Am 4. Mai wird nun die erste Kindergruppe in den Räumen der Paul-Gerhardt-Gemeinde beginnen.

Kinder und Jugendliche sollen in den Gruppen heilsame Erfahrungen für den Alltag machen, sichere Orte erlernen und Stabilisierungstechniken erarbeiten. Die Kinder erfahren spielerisch, mit ihren Gefühlen umzugehen, Stress abzubauen und seelische Stabilität zu erlangen.

Vor der Gruppenarbeit führen die Therapeutinnen Anamnesegespräche mit den Kindern. Zudem führen die Therapeutinnen Gespräche mit den Eltern und der Familie.

Die psychosoziale Stabilisierungsgruppe des Diakonischen Werks Mannheim hat ihren Sitz in der Paul-Gerhardt-Gemeinde. Dort werden auch die Gruppenarbeiten in dafür speziell eingerichteten Räumen angeboten.

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt mit 35 000 Euro das Modellprojekt.