13. April 2018

Manets „Erschießung Kaiser Maximilians“ zurück im Neubau der Kunsthalle

Menschen stelklen Gemälde auf
Der Manet zieht in den Neubau der Kunsthalle Mannheim ein. /Foto: Kunsthalle Mannheim/ Heiko Daniels

Schwetzingerstadt

Ab sofort hat das monumentale Meisterwerk „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ (1868-69) von Edouard Manet wieder seinen Platz im Neubau xder Kunsthalle. Am 8. Januar 2017 war es zum letzten Mal im Ostflügel des Jugendstilbaus in der Sammlungspräsentation „ARCHE“ für die Öffentlichkeit zu sehen. Fünfzehn Monate lang wurde das Herzstück der Mannheimer Sammlung sicher im Depot verwahrt.

„Allein aufgrund seiner enormen Ausmaße von drei Meter Breite und zweieinhalb Meter Höhe stellt uns das Werk von Manet vor besondere Herausforderungen“, erläuterte Restauratorin Katrin Radermacher. „Beispielsweise mussten wir das Ölgemälde für den Transport vom Jugendstilbau in unser neues Depot aus seinem Zierrahmen herauslösen.“ Für seinen Einzug werden neben einem Kurbelwagen sechs Spezialisten benötigt.

Über 150 Jahre ist es her, dass Kaiser Maximilian am 19. Juni 1867 mit zwei seiner Generäle von einem republikanisch-mexikanischen Erschießungskommando hingerichtet wurde. Edouard Manet (1832–1883) hat sich umgehend zwei Jahre lang mit dem Thema auseinandergesetzt und es in zwei Gemäldefassungen, einer Ölstudie und einer Lithografie verarbeitet. Die finale Fassung stellt das Ölgemälde „Die Erschießung Kaiser Maximilians“ (1868/69) der Mannheimer Sammlung dar.

Angekauft wurde das Historiengemälde bereits 1910 unter Fritz Wichert mit Hilfe der finanziellen Unterstützung von neun Mannheimer Bürgern. Der Gründungsdirektor der Kunsthalle Mannheim verfolgte ambitionierte Visionen für das Museum und seine Sammlung. Allen Anfeindungen zum Trotz setzte er von Anfang an auf französische Kunst. Den Höhepunkt seiner Ankäufe stellt Manets „Die Erschießung Kaiser Maximilians“ dar. Der Kauf entfachte damals heftigen Streit und Wichert wurde deshalb vor allem von Kritikern aus nationalistischen Kreisen angefeindet.

Heute bildet dieses Werk – wie Wichert es 1910 vorausgesagt hatte – das Herzstück der Mannheimer Sammlung und begründet ihren Ruhm. „Die Erschießung Kaiser Maximilians“ steht daher auch im Zentrum ihrer Neuinszenierung zum Grand Opening der Kunsthalle Mannheim am 1. Juni 2018. Mit ihrem Wissenschaftlerteam arrangiert Museumsdirektorin Dr. Ulrike Lorenz die legendäre Sammlung unter existenziellen Fragestellungen neu.

Daher bezieht der Manet nicht direkt zur Wiedereröffnung den eigens für ihn errichteten Ausstellungsraum Kubus 1, sondern schlägt erst einmal sein Quartier im Kubus 3 auf – gegenüber der „Arena“ (1997-2014) von Rita McBride. „Die Kunsthalle Mannheim versteht sich als „Museum in Bewegung“. Daher ist es uns ein Anliegen, unsere Sammlung zu aktivieren. Auch ein Manet muss sich diesem Konzept stellen und wird hier einer zeitgenössischen Position gegenübergestellt“, erklärt Lorenz ihren kuratorischen Ansatz.