8. Januar 2020

„Ich freue mich, wenn andere sich freuen“

Porträtaufnahme
Karl-Heinz Spies ist verstorben. Foto: Sohn-Fritsch

Gartenstadt

Der Unternehmer für Werttransporte, der große Mäzen und der überzeugte Mannheimer Karlheinz Schies ist Ende Dezember im Alter von 88 Jahren gestorben. Karlheiz Schies ist gegangen, doch seine Spuren bleiben. Vor allem im Mannheimer Norden hinterlässt der rührige Unternehmer zahlreiche Projekte, denen er seinen unverkennbaren Stempel aufgedrückt hat.

Sein letztes Projekt, das Café Wolfsbau in der Gartenstadt, hat seit rund einem Jahr die Pforten geöffnet. Der Waldfriedhof wäre ohne Schies nicht das was er heute ist. Egal, ob Zaun, Brunnen, Eingangstor, Glockenturm oder Orgel: „Überall steht „Schies“ drauf“, erklärt Gudrun Müller, die Vorsitzende des Bürgervereins Gartenstadt. Und wenn man alles abziehe, wo „Schies“ draufstehe, dann bliebe vom Waldfriedhof nicht mehr viel übrig, so Gudrun Müller weiter.

Aber nicht nur in der Gartenstadt, auch in Sandhofen hat Karlheinz Schies seine Spuren hinterlassen: Auf ihn geht das Platzhaus zurück – Gastronomie am zentralen Platz in Sandhofen, dem Stich. Auch der Erwerb des Lutherhauses im Jahr 2013 war für den Stadtteil ein großer Pluspunkt. So konnte für Sandhofen ein Raum für den Seniorentreff und andere Veranstaltungen gerettet werden.

Schies half gerne. „Es ist für mich was Schönes, wenn ich was Gutes tun kann. Ich freue mich, wenn sich jemand freut“, sagte er bei einem Interview mit den Nord Nachrichten im Sommer 2018.

Karlheinz Schies erzählte dabei über sich selbst, dass er ein Schulabbrecher sei, fünf Lehren begonnen und alle hingeschmissen habe. „Glück ist viel wichtiger, als alles andere, und ich habe immer Glück gehabt“, sagte der Mann mit der interessanten Lebensgeschichte.

Ein paar Jahre lebte und arbeitete er in Chicago, doch es zog ihn wieder zurück: „Die schönste Stadt der Welt ist Mannheim“, stellte er fest. Hier war er seit 50 Jahren in einer Freimaurer-Loge, er hatte den Pilotenschein und fuhr einen Cadillac.

„Ich bin ein Angeber, das stimmt schon. Aber das, womit man angibt, muss einem auch gehören.“ Das war die Lebenseinstellung von Karlheinz Schies, und mit dieser ist er immer gut gefahren.