4. Oktober 2019

„Happy-Aging statt Anti-Aging“

Mann mit Buch
Pfarrer Gerhard Sprakties mit seinem neuen Buch. Foto: de Vos

Mannheim

Muss Altern erfolgreich sein? Wie wichtig ist Sinn für das Glück? Sind Werte wichtig für die Sinnfindung? Welche Bedeutung hat spirituelle Resilienz? Mit „Happy-Aging statt Anti-Aging. Glücklich und sinnerfüllt alt werden“ legt Pfarrer Gerhard Sprakties eine weitere Publikation vor. Sie ist im Heidelberger Springer-Verlag erschienen.

„Ratschläge können auch Schläge sein“, sagt Gerhard Sprakties. Deshalb kombiniert er wissenschaftliche Erkenntnisse mit seinen langjährigen Erfahrungen als Altenheimseelsorger und Logotherapeut. Er betrachtet gerontologische und psychologische Fragen rund um das Thema Glück und Sinnfindung im Alter und zeigt Wege auf, die vom Trübsinn zum Sinn führen.

Das Buch enthält eine Vielzahl nützlicher Happy-Aging-Tipps für den Alltag. Die Kapitel beginnen jeweils mit originellen Zitaten berühmter Philosophen und Schriftstellern und Gedichten. Das erste Zitat stammt von dem amerikanischen Schauspieler Robert Mitchum, es lautet: „Nichts macht so alt wie der ständige Versuch, jung zu bleiben“.

Für Gerhard Sprakties liegt das Geheimnis erfolgreichen Alterns in spiritueller Resilienz.  Die Sehnsucht nach Geistigem, nach Spiritualität, bedeutet für ihn auch immer die Sehnsucht nach Sinn. „Wir brauchen im fortgeschrittenen Alter eine tiefe geistig-seelische Verankerung.“ Dazu zitiert er ein chinesisches Sprichwort: „Wenn die Wurzeln tief sind, braucht man den Wind nicht zu fürchten“.

Anhand von neueren wissenschaftlichen Studien sowie Beispielen aus der Literatur und auch der Bibel geht er auf Themen wie Einsamkeit im Alter, Demenz, Depression ein. Der Schwerpunkt des Buchs liegt jedoch auf den positiven Sinnquellen, wie zum Beispiel: Frohsinn im Alter, Gelassenheit, Reisen in fortgeschrittenen Jahren, Generativität sowie Liebe im Alter.

Der leidenschaftliche Altenseelsorger hat 2013 im Neukirchener Verlag die erste Konzeption einer sinnorientierten Altenseelsorge veröffentlicht. Nun hat er das Thema für ein breiteres Publikum aufbereitet. Der 56-Jährige hält eine möglichst frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema für notwendig, da sich bei vielen Menschen schon alleine bei dem Wort „Alter“ ein ungutes Gefühl einstelle.

Er selbst ist geprägt von der sinn- und wertzentrierten Psychotherapie Viktor E. Frankls und den Erfahrungen als Pflegehelfer in einem Heidelberger Seniorenheim. Der Theologe und Diakoniewissenschaftler arbeitet seit 2001 als evangelischer Altenheimseelsorger in mehreren Altenpflegeheimen in Mannheim.