8. Oktober 2018

Glückliche unglückliche Elisabeth Stuart

Menschen bei Führung
Auf die Spuren von Elisabeth Stuart begab sich die Kultur- und Bildungsgruppe der Heinrich-Vetter-Stiftung. Foto: HVS Archiv

Ilvesheim

Um mehr über Schloss und Pfalz zu erfahren machte sich die Ilvesheimer Kultur- und Bildungsgruppe der Heinrich-Vetter-Stiftung zu einem Besuch bei Gräfin Amalia zu Solms-Braunfels auf. Zur Bildungsfahrt hatten sich rund 20 jung gebliebene Interessenten aufgemacht. Antje Geiter, Sozialkoordinatorin der Heinrich-Vetter-Stiftung, hatte die Fahrt organisiert.

Im Heidelberger Schloss angekommen, wurde die Gruppe am Tor von Lucia Thelen begrüßt, die in der historischen Persönlichkeit Gräfin Amalia zu Solms-Braunfels, Hofdame von Elisabeth Stuart, herzlich begrüßte, die Zeitreise ins Jahr 1619 begann.

Sie erklärte die Geschichte des Schlosses bis zur Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg, aber besonders interessierte die Gäste das Leben in der Residenz der Kurfürsten von der Pfalz.

Elisabeth Stuart, Prinzessin von England und Schottland, heiratete Friedrich V. von der Pfalz, der sie von 1613 bis 1623 zur Kurfürstin von der Pfalz und von 1619 bis 1620 gar zur Königin von Böhmen machte. Ab 1619 war Gräfin Amalia zu Solms-Braunfels  die Hofdame von Elisabeth und so konnte sie auch berichten, dass Friedrich V. als böhmischer König nur ein Jahr lang regieren konnte, Prag verlassen musste und mit Elisabeth 1621 ins Exil in die Niederlande ging.

1632 starb er und Elisabeth kämpfte als Witwe um die Rückgabe der Kurpfalz an ihren Sohn, die Karl Ludwig dann 1648 nach dem Westfälischen Frieden in verkleinertem Umfang auch erhielt.

Gräfin Amalia erklärte nicht nur anhand verschiedener Modelle die bauliche Entwicklung und die Zerstörungen des Schlosses durch die Franzosen, sie zeigte insbesondere auch die Lebensgewohnheiten im Schloss auf, legte dar, wie getafelt und gelebt wurde und welche Neuerungen die britische Elisabeth, Mutter von 13 Kindern, mitbrachte.

Elisabeth und Friedrich hatten das Glück zwar aristokratisch vorgegeben heiraten zu müssen, sie waren sich jedoch auf Anhieb so sympathisch, so dass Gräfin Amalia zu Solms-Braunfels gar von Liebe auf den ersten Blick sprach. Allerdings starb Friedrich mit 36 Jahren, sie selbst wurde 66 Jahre alt und ist in Westminster Abbey begraben.     

Hartwig Trinkaus bedankte sich für die zwar unterhaltsame aber auch anspruchsvolle und versierte Führung. Die historischen Fakten in Verbindung mit dem Erlebnis Heidelberger Schloss brachten jedenfalls die Geschichte der Kurfürsten der Pfalz und die hiesige Region den Teilnehmern noch näher.

Mit großen Interesse hatten die Senioren der lebhaften Hofdame von Elisabeth Stuart gelauscht und ihr mit herzlichem Applaus gedankt.