21. März 2019

Das „Wort zum Sonntag“ aus Mannheim

Porträt einer Frau
Pfarrerin Ilka Sobottke spricht am Samstag zum ersten Mal das Wort zum Sonntag. Foto: zg

Mannheim

Erstmals in seiner 65-jährigen Geschichte kommt das „Wort zum Sonntag“ aus Mannheim. Am Samstag, 23. März um 23.45 Uhr spricht Pfarrerin Ilka Sobottke in der ARD nach den Tagesthemen zu einem Millionenpublikum.

In diesem Jahrtausend ist Ilka Sobottke die erste evangelische Sprecherin aus Baden-Württemberg. Auch in den angrenzenden Bundesländern ist sie durch ihre Hörfunkbeiträge bekannt.

So erreicht sie beispielsweise mit ihren inzwischen mehr als 500 Kurzpredigten in der Reihe „Worte und Gedanken“ im Hörfunk SWR3 seit 2006 ein Publikum weit über Mannheim hinaus.

In der Quadratestadt ist Ilka Sobottke durch ihre pointierten Predigten und ihr Wirken in der Mannheimer Vesperkirche bekannt. Vor der neuen Aufgabe hat sie „Respekt“.

„Im Gottesdienst direkt zu den Menschen zu sprechen oder sie im Radio zu erreichen ist etwas ganz Anderes, als zu ihnen im Fernsehen zu sprechen“, sagt Ilka Sobottke. „Denn dabei ist mein Gegenüber im Studio ja eine Kamera, zu der ich vier Minuten lang spreche“.

Das sei ungewohnt, doch, schmunzelt sie, sie liebe auch die große Bühne. Die genoss sie kürzlich im Nationaltheater Mannheim, als ihr Anfang März der 50. Bloomaulorden verliehen wurde, der in Mannheim als höchste bürgerschaftliche Auszeichnung gilt.

„Ich bin stolz darauf, dass das Wort zum Sonntag nun auch aus Mannheim kommt“, freut sich Dekan Ralph Hartmann. „Denn es zeigt, dass wir hier auf der Höhe der Zeit sind und zeitgemäß und prägnant Geistliches mit dem Zeitgeschehen verbinden.“ Die Initiative für das „Wort zum Sonntag“ aus Baden ging von Wolf-Dieter Steinmann aus.

Der Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Landeskirche Baden hat Ilka Sobottke für das Auswahlverfahren vorgeschlagen. Zum dreitägigen Casting traten dann sieben Personen an, von denen zwei genommen wurden. Seit Ende letzten Jahres ist Ilka Sobottke gemeinsam mit Stefanie Schardien eine von zwei neuen Sprecherinnen der ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“.

Das „Wort zum Sonntag“ versteht sich als christlicher Kommentar zum Zeitgeschehen. Die Sprecherinnen und Sprecher wählen ihr Thema selbst aus, die redaktionelle Überarbeitung erfolgt durch das GEP (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik).

Die Aufzeichnung findet einen Tag vor dem Sendetermin statt. Bei aktuellem Anlass allerdings wird neu produziert. Mit dem „Wort zum Sonntag“ erreicht die ARD knapp zwei Millionen Menschen. „Für mich hat der christliche Glaube zuallererst mit Freiheit zu tun “, sagt Sobottke.

„Fragen der Gerechtigkeit sind mir dabei genau so wichtig, wie Verheißung und Trost.“ Für Dekan Ralph Hartmann ist es selbstverständlich, die Premiere am 23. März um 23.45 Uhr zu  sehen. „Darauf freue ich mich, wie sonst auf ein gutes Fußball-Länderspiel“, schmunzelt er.