6. Februar 2019

Ausstellung im Bildungszentrum der Bundeswehr zu „70 Jahre Grundgesetz“

künstlerische Arbeit
Das Grundgesetz schützt und muss doch auch geschützt werden, wie diese künstlerische Arbeit vermittelt. Foto: Warlich-Zink

Neuostheim

„Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“, heißt es in Artikel 5 des Grundgesetzes. Kunstfreiheit gehört demnach zu den geschützten Grundrechten, die in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland fest verankert sind. Diesem Teilaspekt widmet sich das Bildungszentrum der Bundeswehr (BiZBw) in Mannheim-Neuostheim derzeit im Rahmen der Veranstaltungsreihe „70 Jahre Grundgesetz“.

Bis Mitte März sind dazu Arbeiten von zwölf Studierenden der Freien Kunstakademie Mannheim ebenso zu sehen wie eine Fotoausstellung von neun Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Kunst am Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim, die sich speziell mit dem Artikel 1, „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ auseinandergesetzt haben.

„Können wir uns beruhigt zurücklehnen, was den Schutz unserer Grundrechte angeht?“, diese Frage stellte im Anschluss an die Vernissage aus dem juristischen Blickwinkel auch Volker Ellenberger, Präsident des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg.

Anders als in der Weimarer Republik, stünden die vor 70 Jahren im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerten Grundrechte am Anfang der Verfassung und damit über allem und würden ohne Einschränkung gelten. „Sie sind unmittelbares Recht jedes Einzelnen und einklagbar“, so Ellenberger und verwies darauf, dass in der Verfassung zahlreiche Sicherungsmechanismen eingebaut seien, damit die Grundrechte weder abgeschafft oder ausgehebelt werden könnten.

Mit dem Grundgesetz gebe es einen bestens ausgerüsteten Werkzeugkasten, um Herausforderungen, die es angreifen würden, zu reagieren, meinte Ellenberger. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass allgemeiner Konsens über die Wahrung der Grundrechte bestehe. „Auch dann wenn es weh tut, weil das Ergebnis eventuell nicht dem allgemeinen Rechtsempfinden entspricht“, sagte er.

Lesen Sie mehr in den Mannheimer Stadtteil-Nachrichten vom 22. Februar.