21. Januar 2020

Alltagswelten einer Industriestadt

Mann auf Hochseil
Hochseilartist Alfons Traber über dem Mannheimer Marktplatz, 1949. Foto: Roden-Press, MARCHIVUM

Neckarstadt

Die Ausstellung „Alltagswelten einer Industriestadt“ zeigt erstmals das fotografische Werk des Ehepaars Maria und Hans Roden. Die Aufnahmen aus dem Bestand des MARCHIVUM bieten außergewöhnliche Eindrücke von der Nachkriegszeit in Mannheim.

Roden-Press hieß die Bildagentur von Maria und Hans Roden, die von Kriegsende bis in die 1970er hinein in Mannheim arbeiteten. Ihr Augenmerk lag weniger auf Prominenten und Ereignissen als auf Alltäglichem und Kuriosem des städtischen Lebens. Ihre Bilder fangen sowohl das Stadtbild als auch das Arbeits- und Freizeitleben der Mannheimerinnen und Mannheimer lebhaft ein.

Hans Roden (1904-1977) arbeitete bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Werbefachmann für die Junkers-Werke, die IG Farben und das Deutsche Rote Kreuz. 1947 heiratete er die in Mannheim geborene Kaufmannstocher Maria Roden, geb. Volz, (1920-1998), die in der Fotoagentur ihres Mannes Aufgaben übernahm und die zahlreichen Reisen des kinderlosen Paares organisierte.

Das Fotografieren brachte sie sich 1950 selbst bei, als ihr Ehemann aufgrund einer schweren Erkrankung über Monate ans Bett gefesselt war. Fortan steuerte sie zahlreiche Aufnahmen bei, wobei heute nicht mehr zugeordnet werden kann, von wem der beiden einzelne Fotos jeweils stammen.

Die Ausstellung wird von Michael Jendrek kuratiert, die Projektleitung liegt bei Dr. Susanne Schlösser und Andreas Mix. Für das Ausstellungsdesign zeichnet Regina Hauber, Mannheim verantwortlich.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Führungen, einem Filmabend sowie spezielle Vermittlungsangebote für Schulen. Weitere Informationen dazu finden sich in einem Flyer, der stadtweit ausliegt, und auf der Homepage des MARCHIVUM unter www.marchivum.de.

Die Ausstellung findet im Erdgeschoss des MARCHIVUM statt. Der Zugang ist barrierefrei. Die Öffnungszeiten sind Dienstag, Donnerstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr sowie Mittwoch 10 bis 20 Uhr. Montags ist die Ausstellung geschlossen.

Der Eintritt beträgt vier Euro und zwei Euro ermäßigt. Es besteht auch die Möglichkeit ein Kombiticket zur erwerben, das zum zusätzlichen Eintritt in die Ausstellung "Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit" berechtigt, die vom 13. Februar bis 31. Mai 2020 im MARCHIVUM gezeigt wird.

Alltagswelten einer Industriestadt. Fotografien von Maria und Hans Roden. Eine Ausstellung im MARCHIVUM vom 23. Januar bis 31. Mai 2020. Vernissage am Mittwoch, 22. Januar, 18 Uhr im Friedrich-Walter-Saal.